Opel Insignia Tourer: Schön praktisch

12. Juli 2017, 10:56
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Über 930.000-mal hat sich der Insignia seit 2009 weltweit verkauft, mehr als 400.000 davon waren Sports Tourer. Der erlebt nun als hocheleganter Kombi seine Neuauflage

Hamburg – Kaum eingestiegen in den Insignia Sports Tourer, bricht die Hölle los. Der Tag wird zur Nacht, die Schleusen des Himmels öffnen sich, Blanker Hans von oben, der Flughafen Hamburg, auf dem wir kurz davor gelandet waren, steht binnen kurzem unter Wasser, es können bestenfalls Flugboote starten und landen. Uns macht das nicht weiter was aus, wir sind praktischerweise schon mit einem Schiff unterwegs, dem Flaggschiff von Opel, dem Raumschiff auch – nobler und geräumiger zugleich kann man in einem Fahrzeug dieser traditionsreichen deutschen Automobilmarke nicht reisen.

foto: opel
Der Insignia Kombi sieht nicht nur vorwärtsorientiert und dynamisch aus, er fährt sich bei Bedarf auch so – kein Wunder, speckte er doch um bis zu 200 Kilo ab. Der Grundtenor liegt dennoch auf Komfort.

Schwimmen wiederum wäre bestimmt nicht die Charakterisierung, wenn es um die Fahreigenschaften geht. Die Ingenieure haben dem großen Kombi, der mit 4,99 m Länge die Limousine (4,90) noch um ein paar Zentimeter überragt, ein feines adaptives Fahrwerk (Flexride) mit auf den Weg gegeben, straff und komfortabel zugleich. Dass der Sports Tourer gegenüber dem Vorgänger um bis zu 200 kg leichter wurde, wirkt sich zusätzlich spürbar auf die Agilität des großen Wagens aus.

foto: opel

Wer will, kann dazu Allrad ordern, und zwar ein System, das mittels zweier elektrisch gesteuerter Lamellenkupplungen eine "situationsgerechte Kraftübertragung" (Opel) sicherstellt. Torque Vectoring heißt das im Rennenglisch, würde Heinz Prüller vielleicht sagen. Wer Allrad noch mit Automatik (Acht-Gang, von Aisin) ergänzen will, kann das auch, aber ausschließlich bei der Otto-Topmotorisierung (260 PS) – den Diesel-Allrad (170 PS) gibt es nur mit Sechs-Gang-Schaltung. Ist halt so.

foto: opel

Und soll es noch ein bisserl ins Abseits gehen, auf Schotterstraßen, Waldwege vielleicht, nicht gleich in richtiges Gelände, und man verweigert dabei einen SUV, dann könnte man dies Vorhaben mit der Abenteurervariante bestreiten, dem Country Tourer – der hat 25 Millimeter mehr Bodenfreiheit als der "normale" Kombi.

Coupéschwung

Bei den Außenabmessungen toppt der Sports Tourer übrigens sogar den derzeit geräumigsten Kombi der Welt, den Skoda Superb Combi (4,86 m lang, 2,84 m Radstand). Der schlanken Silhouette und des Coupéschwungs wegen kommt er beim Kofferraum allerdings nicht an diesen heran: Dem Insignia mit seinen 560 bis 1665 Liter Volumen stehen dort 660 bis 1950 Liter gegenüber. Immer noch mehr als genug zur Bewältigung der meisten alltäglichen Transportanliegen, könnte man hinzufügen.

foto: opel

Der viele Raum ist vorbildlich durchdacht zu nutzen, da ist der Insignia ganz klar auf Augenhöhe mit den besten seiner Gegner. Schienen mit Raumteiler erlauben rutschfreies Fixieren. Die Rückbank lässt sich 40:20:40 umlegen. Hat man beide Hände voll, kickt man unter den Stoßfänger, schon öffnet sich die Heckklappe wie von Zauberhand. Im Finsteren hilft sogar eine auf den Boden projizierte Fahrzeugsilhouette, den rechten Kickort zu finden.

foto: opel

Verreist man mit Pferde- oder Motorbootanhänger oder so, dann schwenkt man den Haken einfach heraus. Bis zu 2200 kg Anhängelast ist erlaubt. Und dass man auf so großer Fahrt nicht ins Pendeln kommt, dafür haben die Opelianer löblicherweise ein Anhängerstabilitätsprogramm installiert.

Insignia Sports Tourer. Nicht nur schön, auch schön praktisch. (Andreas Stockinger, 12.7.2017)

foto: opel

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Opel

Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien: Die Teilnahme an internationalen Fahrzeug- und Technikpräsentationen erfolgt großteils auf Basis von Einladungen seitens der Automobilimporteure oder Hersteller. Diese stellen auch die hier zur Besprechung kommenden Testfahrzeuge zur Verfügung.

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