Heinz Fischer bleibt in der Hofburg – als Gemälde

3. Juli 2017, 13:42
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Portrait der Künstlerin Eva Schlegel wurde am Montag im Beisein des Alt-Bundespräsidenten präsentiert

Wien – In einem Festakt in der Präsidentschaftskanzlei ist am Montag das offizielle Porträt von Alt-Bundespräsident Heinz Fischer präsentiert worden. Das Bild wurde von der Künstlerin Eva Schlegel gestaltet, die als erste Frau ein Staatsoberhaupt offiziell porträtiert hat, wie das aktuelle Staatsoberhaupt Alexander Van der Bellen betonte. Fischer selbst zeigte sich mit dem Werk "sehr einverstanden".

Das Porträt wird die Galerie der Bundespräsidenten in der Hofburg ergänzen. Dort hängen nun acht Habsburger und acht Bundespräsidenten der Republik Österreich. Allerdings hängen sie von den Räumlichkeiten des Staatsoberhauptes aus gesehen "einen Stock höher – symbolisch oder nicht", wie Van der Bellen anmerkte.

Das in schwarz-weiß gehaltene Bild zeigt Fischer in eher nachdenklicher Pose vor dunklem Hintergrund und neben einem Fenster. Der Altbundespräsident wurde dabei im Kunsthistorischem Museum aufgenommen, wie Schlegel erläuterte. Das Bild wurde dann im Atelier vergrößert. Das Fenster zeigt den Blick aus dem Kunsthistorischen zum Naturhistorischen Museum und dazwischen die gestaltete Landschaft. Das Bild ist ein Siebdruck auf Blei, der gesamte Prozess der Gestaltung hat etwa ein Jahr in Anspruch genommen.

"Einblick auf die Welt"

Schlegel ist, wie sie erzählte, gemeinsam mit Fischer und KHM-Generaldirektorin Sabine Haag durch das Kunsthistorische Museum gegangen und hat Porträts betrachtet. Dabei habe Fischer die Idee des Fensters gehabt. Dadurch sei das Motto "Einblick auf die Welt" entstanden. Ihr sei es dabei vor allem um die Fragen gegangen, wie man die verschiedenen Facetten der Persönlichkeit Fischers, die Art seiner Amtsführung und sein Fingerspitzengefühl darstellen könne. Beeindruckt hätten sie vor allem Fischers Augen, erläuterte die Künstlerin, die u.a. Kommissarin für den österreichischen Beitrag bei der Biennale von Venedig 2011 war.

Fischer hat das Porträt bei der Enthüllung in der Präsidentschaftskanzlei am Montag zum ersten Mal gesehen. Er zeigte sich damit "sehr einverstanden". Es sei ein Bild, mit dem er "etwas anfangen kann". Schlegel gestand, dass sie "relativ nervös" war und sich sehr darüber freue, dass es Fischer gefalle. Sie verwies auf ausländische Beispiele, die zeigen, dass dies nicht selbstverständlich sei. So habe etwa der frühere deutsche Bundespräsident Joachim Gauck die Bilder seiner Vorgänger entfernen lassen und in Frankreich habe es zum Teil vernichtende Kritiken über die Präsidenten-Porträts gegeben.

Van der Bellen erzählte, dass Oskar Kokoschka ein Porträt des früheren Präsidenten Theodor Körner angefertigt habe. Angesichts des expressionistischen Ausdrucks hätten sich die Mitarbeiter nicht getraut, es ihm zu zeigen. Beauftragt habe man dann den damals Jüngsten, den späteren Bundeskanzler Bruno Kreisky. Körner soll dann gesagt haben: "Endlich hat jemand aus mir ein Gesicht gemacht."

Gespendet hat das Porträt Fischers die Gewerkschaft Öffentlicher Dienst. GÖD-Ehrenvorsitzender Fritz Neugebauer verwies darauf, dass Fischer seit 60 Jahren GÖD-Mitglied sei – etwas, das nicht viele Präsidenten weltweit vorweisen können. Der Alt-Bundespräsident habe immer tatkräftig am sozialen Dialog mitgewirkt, so Neugebauer. (APA, 3.7.2017)

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    foto: apa/pfarrhofer
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