Radfahren als Risikosport

Kolumne11. Juli 2017, 07:31
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Eine Gefahrenquelle für Radfahrer sind natürlich die Autos. Eine zweite Gefahr stellen mitunter die E-Bikes dar.

Radfahren in Großstädten ist eine gefährliche Angelegenheit. Gefühlt jeder zweite Autofahrer hält seitlich keinen ausreichenden Sicherheitsabstand. Neu dazu kommt das Risiko, von einer SMS-tippenden Autofahrerin niedergeschoben zu werden. Um den Beweis für politische Tatkraft zu erbringen oder vielleicht auch nur irgendeine internationale Statistik zu befriedigen, gibt es in Wien jede Menge an seltsamen Radwegen und hochgefährlichen Radfahrstreifen, die im günstigsten Fall wenigstens so viel Angst bei allen Verkehrsteilnehmern verbreiten, dass dann doch nix passiert.

Risiko: E-Bikes

Jetzt kommen auch noch die E-Bikes dazu. Menschen, die schon Jahrzehnte nicht mehr auf dem Rad gesessen sind, sind dadurch plötzlich in der Lage, ihren Bewegungsdrang mit viel zu hohem Tempo auszuleben, um folgerichtig gefährliche Stürze zu bauen, in deren Verlauf mitunter auch andere Verkehrsteilnehmerinnen in Mitleidenschaft gezogen werden.

Radfahren gehört wohl zu den klügsten und gesündesten Arten der Fortbewegung, es dürfte sich dabei allerdings auch um eine Kulturtechnik handeln, die die Einhaltung gewisser Vernunftregeln erfordert, auf die sich unsere Gesellschaft offenbar noch nicht geeinigt hat. Manche Radfahrer sind nicht einmal in der Lage, in der Nacht das Licht aufzudrehen.

Herz statt Ellbogen

Viele Punkte des Zusammenlebens wären doch einfacher, wenn die Leute statt ihrer Ellbogen ihr rücksichtsvolles Herz zur Steuerung der Bewegungsabläufe heranziehen würden, und zwar alle: Fußgänger, Radfahrer, Autofahrer und -innen. (Rodolf Skarics, 11.7.2017)

  • Radfahren in der Stadt kann ziemlich gefährlich sein, weil sich viele Verkehrsteilnehmer wenig Raum teilen.
    foto: apa

    Radfahren in der Stadt kann ziemlich gefährlich sein, weil sich viele Verkehrsteilnehmer wenig Raum teilen.

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