Zweites Todesopfer nach Raketenstart von Weltraumbahnhof Baikonur

1. Juli 2017, 15:06
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Techniker erlag seinen Mitte Juni erlittenen Verletzungen

Astana – Der Start eines Raumfrachters vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan zur Internationalen Raumstation ISS Mitte Juni hat ein zweites Todesopfer gefordert. Ein Techniker sei den Verletzungen erlegen, die er bei einem Steppenbrand erlitten hatte – ausgelöst durch eine abgestürzte Raketenstufe, so das kasachische Ministerium für Rüstungs- und Raumfahrtindustrie am Samstag in Astana.

Bei dem Brand war auch ein Fahrer des Trupps getötet worden, der nach den Trümmern suchte. Die russische Sojus-Trägerrakete war am 14. Juni von Baikonur aus gestartet. Nach 117 Sekunden Flug löste sich die ausgebrannte erste Raketenstufe plangemäß und stürzte im Zielgebiet im Nordosten von Kasachstan ab. In der trockenen, heißen Steppe lösten die glühenden Trümmer aber einen Brand auf 100 Quadratkilometer Fläche aus, wie die russische Agentur Interfax berichtete. Die Suchmannschaft geriet in dieses Feuer, aus dem der Fahrer nur tot, der Techniker verletzt geborgen werden konnte.

Der Raumfrachter vom Typ Progress mit 2,5 Tonnen Nachschub an Bord erreichte zwei Tage später problemlos die ISS. Die kasachischen Behörden kündigten an, gemeinsam mit russischen Spezialisten die Flugbahn der Raketenteile künftig noch besser zu überwachen. Obwohl Kasachstan in Zentralasien riesig und weitgehend menschenleer ist, geht von Raketentrümmern immer wieder Gefahr aus. (APA/dpa, 1.7.2017)

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