Team-Stronach-Bilanz in "Politik Live" auf ORF 3: In der Geschichte eingegangen

30. Juni 2017, 16:26
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"Eine gute Nachred schaut anders aus", resümierte Thurnher

Im Rahmen der von Ingrid Thurnher streckenweise bewundernswert geduldig moderierten Sendung Politik Live zum Superwahljahr 2017 auf ORF 3 zog man nach fünf Jahren Team Stronach Bilanz.

Die Frage, ob und wo die Fraktion von Frank Stronach, der sich nach drei Nationalratssitzungen wieder vertschüsste, Spuren hinterlassen hat, beantworteten Mandatare aller Fraktionen relativ unaufgeregt. Nicht einmal voller Schadenfreude, wie Studiogast und Klubchef Robert Lugar sich nach dem Beitrag ereifern würde. Gabriele Tamandl (ÖVP) meinte, man habe nie gewusst, was die politische Agenda des Teams sei, Gerald Loacker von den Neos fiel immerhin Palmöl ein.

Der "wilde" Abgeordnete Marcus Franz, Arzt und Verfechter der gründlichen Gesäßuntersuchung bei Frauen, verbuchte zumindest den Einzug ins Parlament an sich als positiv. Wer könnte es ihm verdenken? Nicht einmal "vorübergehende Spuren" bleiben von der Arbeit des Teams Stronach für Johannes Hübner (FPÖ), einige "peinliche Reden" aber für Bruno Rossmann von den Grünen.

"Eine gute Nachred schaut anders aus", resümierte Thurnher und bat Lugar, eine einzige Sache zu nennen, die das Team in "diesen fünf Jahren im Parlament umgesetzt hat". Lugar nannte keine. Dafür beschwerte er sich so lange und laut bei Thurnher über ihre angebliche Schadenfreude, dass diese sich resignierend von ihm ab- und Neos-Chef Matthias Strolz zuwandte.

Mit einem behielt der hellsichtige Stronach vor fünf Jahren aber recht. Er war damals sicher, dass das Antreten seines Teams "in der (sic!) Geschichte eingehen wird". Eingegangen ist es wirklich. Man kann ihm dabei bis zum Ende zusehen. (Colette M. Schmidt, 30.6.2017)

  • Frank Stronach.
    foto: reuters / bader

    Frank Stronach.

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