"Fremde Federn": FAZ-Text zur Ehe für alle in der Kritik

30. Juni 2017, 15:54
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Der umstrittene Text wurde unter einem Pseudonym verfasst, heißt es

Der Text "Wir verraten alles, was wir sind" sorgt in sozialen Medien für heftige Kritik. Erschienen ist er am Freitag in der deutschen "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) in der Rubrik "Fremde Federn", in der Gastautoren eine Bühne gegeben wird. In dem Artikel wird die am Freitag in Deutschland beschlossene Ehe für alle abgelehnt und als "Selbstverrat" der schwulen Community bezeichnet. Der Autor wettert auch gegen das Adoptionsrecht und deutet an, dass es für Kinder homosexueller Paare ein höheres Missbrauchsrisiko geben könnte.

Vor allem auf Twitter gehen die Wogen hoch. Der deutsche Medienjournalist Stefan Niggemeier schreibt etwa: "In der FAZ von Freitag steht ein Text von solch brutaler Homosexuellenverachtung, wie ich es selten gelesen habe. Zum Fürchten. Und Schämen."

Laut Auskunft des zuständigen FAZ-Redakteurs Reinhard Müller sei der Autorenname ein Pseudonym: "Der Autor verweist im Text darauf, 'wie schwierig das sachliche Argumentieren dieser Angelegenheit in der Gay-Community ist – wer etwas anderes meint, wird gleich als 'Verräter' gebrandmarkt'. Diese Befürchtung scheint, wie einige Reaktionen zeigen, nicht unberechtigt gewesen zu sein", so Müller auf STANDARD-Anfrage.

Und Müller weiter: "Die 'Fremde Feder' ist, wie der Name schon sagt, ein Ort für pointierte, auch provozierende Debattenbeiträge von Fremdautoren. Insofern haben wir mit Reaktionen gerechnet. Uns hat dennoch die Intoleranz einiger Kommentare überrascht."

(red, 30.6.2017)

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