Tierschutzgesetz: Petrovic ortet Pfusch bezüglich Onlinehandels

30. Juni 2017, 13:16
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Kleine Tierschutzvereine ohne Heime dürften Schützlinge nicht mehr über das Internet vermitteln

Wien – Unter anderem, um dem illegalen Hundeschmuggel das Handwerk zu legen, sieht das neue Tierschutzgesetz Beschränkungen für das Inserieren bzw. Vermitteln von Tieren über das Internet vor. Doch Madeleine Petrovic, Präsidentin des Wiener Tierschutzvereins (WTV), ortet bei der Novelle einen "Pfusch", der die Arbeit kleiner Tierschutzvereine ohne Heime unmöglich machen würde.

Vereinfacht ausgedrückt bedeutet die Gesetzesänderung laut WTV: Vereine, die kein Tierheim in Österreich betreiben, dürfen ihre Schützlinge nicht mehr im Internet anbieten. Die Tierschutzorganisationen benötigen eine Betriebsstätte und ausreichend qualifiziertes Personal, um weiterhin inserieren zu dürfen.

"Unfassbarer gesetzlicher Pallawatsch"

Dieser "unfassbare gesetzliche Pallawatsch" beträfe Hunderte private Tierschutzvereine und Pflegestellen in Österreich, die nun um ihre Existenz bangen müssten. Der Wiener Tierschutzverein (WTV) habe bereits vor längerer Zeit beim Ministerium mit der Bitte um sofortige Änderung interveniert. "Die Antworten fielen leider unbefriedigend aus und waren derart unterschiedlich, dass es kein Wunder ist, dass die kleinen Vereine hier nicht mehr durchblicken", sagte Petrovic.

Dabei sei das Parlament selbst davon ausgegangen, dass anerkannte, kleine Tierschutzvereine von dem Verbot des Online-Handels ausgenommen sind und weiter inserieren dürfen. "Aber durch Pfusch und Lobbying für die Landwirtschaft sowie durch die vielen Ausnahmen in der Novelle, die in letzter Sekunde noch hineingezwängt wurden, sind schlicht legistische Fehler passiert", meint die Ex-Politikerin.

So würde jener Paragraf, welcher die Tätigkeit der Tierschutzvereine ohne Tierheim regelt, nicht auf jenen verweisen, der die Zulässigkeit des Online-Handels ermöglicht. Als Folge werde das Kleinanzeigenportal willhaben.at, für viele Vereine das wichtigste Tool zur Tiervermittlung, keine privaten Tierinserate mehr zulassen.

Die besorgten Vereine, die sich hilfesuchend an das Gesundheitsministerium wenden, würden dort die Antwort erhalten, sie sollen sich doch bezüglich ihrer geretteten Schützlinge am besten an Tierheime wenden und diese dort unterbringen. Für Petrovic ein Akt der völligen Unvernunft, stoßen doch die meisten Tierheime bereits selbst an ihre Kapazitätsgrenzen. (APA, 30.6.2017)

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