Sky-Übernahme: London bremst Murdoch ein

    30. Juni 2017, 12:44
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    Staatssekretärin Bradley: Vorhaben weiterer Prüfungsphase unterziehen

    London – Die britische Regierung fürchtet um die Medienvielfalt in Großbritannien, sollte der Konzern des Medienmoguls Rupert Murdoch wie geplant den TV-Sender Sky übernehmen. Das teilte die britische Staatssekretärin für Kultur und Medien, Karen Bradley, am Donnerstag im Parlament in London mit. Daher müsse die Übernahme einer weiteren Prüfungsphase unterzogen werden.

    Die Murdoch-Familie könne "erhöhten Einfluss" auf die Berichterstattung und den politischen Prozess in Großbritannien erhalten, begründete Bradley die Entscheidung. Das habe ein Bericht der britischen Medienaufsicht Ofcom eindeutig ergeben. Zweifel an der Einhaltung journalistischer Standards habe die Regierung dagegen nicht, sagte Bradley. Zum Murdoch-Konzern gehören bereits die einflussreichen Tageszeitungen "The Times" und "The Sun" sowie die dazugehörigen Sonntagsausgaben.

    21st Century Fox und Sky hatten sich Ende vergangenen Jahres auf die 11,7 Milliarden Pfund (13,30 Mrd. Euro) schwere Übernahme geeinigt. Der von Murdoch dominierte Konzern hält bereits 39 Prozent an Sky und will nun den Rest übernehmen.

    Alle Beteiligten hätten bis zum 14. Juli Zeit, sich zu den Bedenken zu äußern, sagte Bradley. Anschließend werde sie über ihr weiteres Vorgehen entscheiden.

    Unabhängiges Führungsgremium

    Um die Zustimmung zu erhalten, hat Fox bereits Zugeständnisse gemacht. So soll beispielsweise ein unabhängiges Führungsgremium für Sky News geschaffen werden. Fox zeigte sich enttäuscht, dass dies der britischen Regierung nicht ausreiche. "Wir werden weiterhin mit den britischen Behörden konstruktiv zusammenarbeiten", teilte Fox mit.

    Die EU-Kommission hat für die Pläne des US-Konzerns bereits Grünes Licht gegeben. Sie hat keine Wettbewerbsbedenken.

    Murdoch hatte den erneuten Vorstoß im Dezember 2016 angekündigt. Fünf Jahre zuvor musste er sein Offert wieder zurückziehen, nachdem die britischen Zeitungen seines Konzerns in einen Abhörskandal verwickelt waren. Sky hat in Europa 22 Millionen Kunden, verteilt auf den Heimatmarkt Großbritannien sowie Irland, Italien, Deutschland und Österreich. (APA, 30.6.2017)

    • Rupert Murdoch will Sky zur Gänze übernehmen.
      foto: apa/afp/adrian sanchez-gonzalez

      Rupert Murdoch will Sky zur Gänze übernehmen.

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