Klimawandel zwingt Hirsche und Steinböcke in höhere Alpenlagen

2. Juli 2017, 19:58
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Schweizer Forscher untersuchten, in welchen Höhen Wildtiere zwischen 1991 und 2013 nach Nahrung suchten

Bern – In den vergangenen Jahrzehnten haben Forscher viele Beispiele von Tier- und Pflanzenarten dokumentiert, die aufgrund des Klimawandels in höhere Lagen migrieren. Das selbst größere Säugetiere betroffen sind, geht nun aus einem umfangreichen Datensatz hervor: Der Klimawandel treibt Steinböcke und weitere Huftiere der Alpen ab Spätsommer in größere Höhen.

Das zeigt eine Untersuchung der schweizerischen Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL), die Im Fachblatt "Ecosphere" veröffentlicht wurde. Demnach suchten sich Steinböcke, Gämsen und Rothirsche zwischen 1991 und 2013 zum Grasen im Durchschnitt um 135, 95 bzw. 80 Meter höher gelegene Orte

Daten des Jagdamts

Grundlage der Studie waren Daten des Amts für Jagd und Fischerei des Kantons Graubünden, das in dem Zeitraum mehr als 230.000 Orte dokumentiert hat, an denen Rothirsche, Gämsen, Steinböcke und Rehe erlegt wurden. "Dieser Datensatz ist einmalig und zeigt, dass auch große, warmblütige Tierarten auf die steigenden Umgebungstemperaturen reagieren", sagte der Biologe Kurt Bollmann. Bisher sei man davon ausgegangen, dass dies vor allem auf Pflanzen und Reptilien oder Insekten zutrifft.

Mit den in den kommenden Jahren weiter steigenden Temperaturen werde sich auch das Angebot und die Qualität der Pflanzennahrung im Gebirgswald und in den Alpen verändern, so Bollmann. Dies werde immer mehr Wildtiere dazu zwingen, ihre Nahrung in größeren Höhen zu suchen. (APA; 2.7.2017)

  • Gämsen im Kanton Graubünden wandern immer weiter in die Höhe.
    foto: thomas wehrli/amt für jagd und fischerei

    Gämsen im Kanton Graubünden wandern immer weiter in die Höhe.

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