EU fürchtet Folgen zunehmender Antibiotika-Resistenzen

    29. Juni 2017, 14:06
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    Wie häufig Antibiotika in Europa verschrieben werden, variiert derzeit von Land zu Land teilweise enorm. EU-Kommission möchte Verwendung der Medikamente angleichen

    Brüssel – Immer häufiger sind Krankheitserreger gegen bestimmte Antibiotika resistent. Dem will die EU-Kommission entgegenwirken. Die Brüsseler Behörde legt nun Empfehlungen für einen umsichtigen Einsatz der Mittel beim Menschen vor.

    Ein Ziel ist, die Verschreibungspraxis bei Antibiotika europaweit anzugleichen. Wie häufig solche Präparate verschrieben werden, variiert derzeit von Land zu Land teilweise enorm. Allerdings sollte wohl eher eine Angleichung der Verwendung der Medikamente an jene Staaten – wie auch Österreich – erfolgen, wo vergleichsweise wenige Antibiotika verschrieben werden.

    Die EU-Kommission sprach sich außerdem dafür aus, mehr Anreize für Forschung und Wirtschaft für die Entwicklung neuer Antibiotika, Diagnosemethoden, Impfstoffe und alternative Therapien zu schaffen. "Antimikrobielle Resistenz ist eine weltweit wachsende Bedrohung und wenn wir jetzt nicht mehr unternehmen, dann könnte sie bis 2050 mehr Todesfälle verursachen als Krebs", sagte EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis. Allein in der EU sterben dem Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten zufolge geschätzt jährlich etwa 25.000 Menschen wegen einer Infektion mit Erregern, gegen die Antibiotika nicht mehr ausreichend wirken. (APA/dpa, 29.6.2017)

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