Filmwirtschaft mit Forderungen

    29. Juni 2017, 11:06
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    Produzenten präsentieren Zwölf-Punkte-Katalog

    Wien – Nach elf Jahren hat man als "Filmallianz Österreich" wieder zueinandergefunden, jedenfalls im Rahmen eines "Zwölf-Punkte-Programms für eine Stärkung des österreichischen Films", das die beiden heimischen Filmproduzentenverbände AAFP und Film Austria am Donnerstag vereint präsentierten. Wenigstens nach außen hin sollte also Einigkeit demonstriert werden, der Schulterschluss wurde auch als solcher bezeichnet. Man habe "in den letzten Jahren eben Gemeinsamkeiten" gefunden, so AAFP-Präsident Alexander Glehr. Gemeinsam erstellt wurde also der jüngste Forderungskatalog an die Politik.

    Forderungen an ORF

    Dieser mutet auf den ersten Blick einigermaßen üppig an, zumindest in seiner Vielfalt. Wie immer und auch hier erster Adressat: der ORF. Eine gesetzliche Quote von 20 Prozent der Programmentgelte für die heimische Produktion von Spielfilmen, Dokumentationen und TV-Serien fordert Film-Austria-Präsident Helmut Grasser (Allegro Film). Das soll der ORF auch gesetzlich verbindlich in seinen Budgets abbilden. Jenes des Österreichischen Filminstituts (ÖFI) wiederum soll, geht es nach Danny Krausz (Dor Film), auf 25 Mio. Euro aufgestockt werden. Unbedingt nötig sei allerdings auch eine "systemische Veränderung", denn mehr Geld allein sei noch immer zu wenig. Kriterien der Stoff- und Marktentwicklung gehörten modernisiert.

    Lizenzen, Urheberrecht, Steuern

    Wo definitiv "Dampf gemacht" werden müsse, sei bei der aktuell auf EU-Ebene diskutierten Reform territorialer Lizenzen. Diese müssten unbedingt beibehalten werden, um nicht "doof aus der Wäsche zu schauen", was John Lüftner, AAFP-Vizepräsident, prognostizierte. Falls Produzenten derartige Lizenzen – wie von der EU-Kommission gewünscht – tatsächlich nur einmal abgeben können, wäre das ein herber Schlag für die Filmwirtschaft.

    Die restlichen Forderungen der "Präambel" reichen von der Stärkung des Urheberrechtsschutzes über ein Steueranreizmodell (Vorbild: Belgien) bis zu Flexibilisierung von Arbeitszeiten für Filmschaffende, wo fehlende Ausnahmen für "prekäre Verhältnisse" mit "eklatantem Missbrauch" in der Kreativwirtschaft einhergingen. (pek, 29.6.2017)

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