Hitze im Landesgericht rief Arbeitsinspektorat auf den Plan

    28. Juni 2017, 16:57
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    "Probemessungen" in mehreren Sälen ergaben nun Raumtemperaturen jenseits der 30 Grad

    Wien – Die derzeitigen Arbeitsbedingungen im Wiener Landesgericht für Strafsachen, wo sich Gerichtspräsident Friedrich Forsthuber seit Jahren vergebens um klimatisierte Verhandlungssäle bemüht, haben nun das Arbeitsinspektorat auf den Plan gerufen. Am Mittwoch wurden in mehreren Verhandlungssälen Probemessungen vorgenommen. Dabei wurden Raumtemperaturen jenseits der 30 Grad nachgewiesen.

    Jahr für Jahr leiden Richter, Staatsanwälte, Schriftführer, Verteidiger und nicht zuletzt Angeklagte im Grauen Haus unter den hochsommerlichen Temperaturen. Als das Gebäude in den 1980er- und 1990er-Jahren saniert und umgebaut wurde, wurde auf den Einbau von Klimaanlagen verzichtet. Für vier oder fünf heiße Tage pro Jahr käme das zu teuer, hieß es damals. Seither wird während jeder Hitzewelle in den Verhandlungssälen ordentlich geschwitzt und – zumindest innerlich – gestöhnt.

    Geschlossene Fenster

    Speziell bei längeren oder gar mehrtägigen Verhandlungen ist für sämtliche Verfahrensbeteiligte die Grenze der Belastbarkeit jedenfalls dann erreicht, wenn – wie in den zur Justizanstalt Josefstadt ausgerichteten Sälen – die Fenster aus Lärmschutzgründen nicht geöffnet werden können.

    "Hitzealarm" hat es am Mittwoch auch beim Schmiergeldprozess um angeblich illegale Zahlungen von Siemens Österreich an Lobbyisten im ehemaligen Jugoslawien gegeben. Obwohl ein Verteidiger der Justiz ein mobiles Klimagerät zur Verfügung stellte, um ein Verhandeln bei erträglichen Temperaturen zu ermöglichen, wurden im Saal 303 fast 31 Grad gemessen. (APA, 28.6.2017)

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