Knapp 41 Millionen Euro für Beckmann-Gemälde

    28. Juni 2017, 10:40
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    Neuer Auktionsweltrekord für deutschen Expressionisten. Schiele scheiterte an den Erwartungen

    London – Im Zuge einer Auktion in London wechselte Dienstagabend bei Christie's Max Beckmanns "Hölle der Vögel" für 36 Millionen Pfund oder umgerechnet 40,86 Millionen Euro den Besitzer. Den neuen Auktionsweltrekord für ein Werk des deutschen Expressionisten bewilligte Kunsthändler Larry Gagosian und wohl im Auftrag eines Klienten.

    Laut dem Brancheninformationsdienst "Bear Faxt" könnte es sich bei dem Käufer um den amerikanischen Geschäftsmann und Kunstsammler Leon Black handeln. Zu den wertvollsten Werken seiner Sammlung gehört Edvard Munchs Pastell "Der Schrei" (Sotheby's, 2012: 119, 92 Millionen Dollar).

    Das 1938 von Beckmann im Amsterdamer Exil begonnene und in Paris vollendete Schlüsselwerk im Œuvre des Künstlers visualisiert den Protest gegen das Naziregime. Das Gemälde war seit den 1940er-Jahren in unterschiedlichen amerikanischen Privatsammlungen beheimatet und gastierte zuletzt in einer Ausstellung im Metropolitan Museum (New York). Im Vorfeld der Versteigerung hatte Christie's dem Verkäufer einen Erlös von etwa 30 Millionen Pfund garantiert.

    Schiele-Bild scheitert am Schätzwert

    30 der 32 im Zuge der Abendauktion Impressionist & Modern Art angebotenen Kunstwerke wechselten zum Gegenwert von 149,5 Millionen Pfund (169,68 Millionen Euro) den Besitzer. Unverkauft blieb indes Egon Schieles "Einzelne Häuser (Häuser mit Bergen)". Das 1915 geschaffene Werk zeigt einen Häuserblock in Krumau. Zu seinen Vorbesitzern gehörten der Maler Felix Albrecht Harta, Bruno Grimschitz und Viktor Fogarassy. Der Einbringer hatte es 2006 bei Christie's in New York für 22,41 Millionen Dollar oder umgerechnet 11,77 Millionen Pfund (inkl. Aufgeld) ersteigert.

    Der aktuell veranschlagte Schätzwert war bei 20 bis 30 Millionen Pfund gelegen und die Erwartungen damit insgesamt zu hoch angesetzt. Den Auktionsweltrekord für ein Schiele-Gemälde hält weiterhin das aus der Sammlung des Leopold-Museums stammende "Häuser mit bunter Wäsche" (1914), das 2011 bei Sotheby's für 24,68 Millionen Pfund (27,87 Millionen Euro) versteigert wurde. (Olga Kronsteiner, 28.6.2017)

    • Egon Schieles "Einzelne Häuser (Häuser mit Bergen) scheiterte am Schätzwert von 20 bis 30 Millionen Pfund. Christie's hatte dem Einbringer im Vorfeld eine Garantie erteilt.
      foto: christie’s

      Egon Schieles "Einzelne Häuser (Häuser mit Bergen) scheiterte am Schätzwert von 20 bis 30 Millionen Pfund. Christie's hatte dem Einbringer im Vorfeld eine Garantie erteilt.

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