Erholung des Ozonlochs dauert länger als gedacht

28. Juni 2017, 07:00
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Lancaster – Dank des Montrealer Protokolls von 1989 schien sich das Ozonloch über der Antarktis in den vergangenen Jahren allmählich zu schließen. Nun allerdings sorgt eine von diesem Übereinkommen nicht betroffene, menschengemachte Substanz für neue Probleme: Wie britische Forscher im Fachjournal "Nature Communications" berichten, könnte das vergleichsweise kurzlebige Dichlormethan dafür sorgen, dass sich die Erholung der Ozonschicht um weitere fünf bis 30 Jahre verzögert – also spätestens erst etwa im Jahre 2080.

Die Chemikalie gehört zu den halogenierten Kohlenwasserstoffen, wird aber im Unterschied zu anderen Ozon-schädigenden Verbindungen relativ schnell abgebaut. Aus diesem Grund wurde ihr bisher keine große Bedeutung bei der Zerstörung der Ozonschicht beigemessen. Das Forscherteam um Ryan Hossaini von der Lancaster University schließen aus ihrer Arbeit, dass sich dies nun ändern müsse.

Abstract
Nature Communications: "The increasing threat to stratospheric ozone from dichloromethane."

(tberg, red, 28.6.2017)

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