Black-Hawk-Deal landet bei Gericht

28. Juni 2017, 07:00
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Schweizer Bieter lassen Vergabe überprüfen

Wien – Beim 48-Millionen-Euro-Auftrag für die technische Nachrüstung der Black Hawks des österreichischen Bundesheers hakt es. Der staatliche Schweizer Technologiekonzern Ruag Holding hat am 12. Juni beim Bundesverwaltungsgericht (BVwG) ein sogenanntes Nachprüfungsverfahren beantragt. Das hat ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Dienstag auf Anfrage des STANDARD bestätigt.

Die Ruag hatte im Rahmen des Vergabeverfahrens gemeinsam mit Partner Rockwell-Collins mitgeboten. Bei dem Auftrag geht es um die technische Modernisierung der neun Hochleistungshubschrauber, die das Heer vor 15 Jahren vom US-Unternehmen Sikorsky gekauft hatte.

Die schwarzen Falken (black hawks) sollen neueste Navigationssysteme eingebaut bekommen, überhaupt soll "die gesamte Cockpit-Ausrüstung erneuert werden", wie ein Sprecher des Ministeriums Anfang Juni dazu erklärt hatte.

Entscheidung nicht unumstritten

Unterschrieben wurde der Auftrag dann am 1. Juni – das Rennen hat, wie berichtet, das private US-Unternehmen Global Aviation Solutions (GAS) gemacht. Mitgeboten hatte nach STANDARD-Informationen auch Hersteller Sikorsky, als Subunternehmer des israelischen Technologiekonzerns Elbit Systems. In Teilen des Bundesheeres hat die GAS-Entscheidung von Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (SPÖ) für Stirnrunzeln gesorgt; GAS sei recht klein und nicht rasend erfahren, wird kolportiert.

Die Schweizer Ruag fühlt sich durch die Vergabe geschädigt und will sie beziehungsweise den Zuschlag an die Amerikaner nun von den Verwaltungsrichtern kontrolliert wissen. Die Schweizer nützen damit ein im Bundesvergabegesetz vorgesehenes Rechtsschutzverfahren. Das Ministerium hat bereits eine Stellungnahme abgegeben, "wir warten nun das Urteil ab", kommentiert der Sprecher. (Renate Graber, 28.6.2017)

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