Onlinehandel lässt traditionellen Shops schrumpfen

    27. Juni 2017, 16:14
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    EHL: Einzelhandel im ersten Halbjahr 2017 weiter im Umbruch – Nur Luxuslagen sowie Gastronomie- und Lebensmittelbereich florieren

    Der Einzelhandel befindet sich mitten im Umbruch – das Einkaufen via Internet setzt den traditionellen Geschäften zusehends zu. Die Folge sind Flächenverkleinerungen, Schließungen bis hin zu Insolvenzen und somit Leerstände und niedrigere Mieten, geht aus einer Marktstudie des Immobiliendienstleisters EHL zur Entwicklung im ersten Halbjahr 2017 hervor. Nur in Toplagen blieben die Mieten stabil.

    Steigende Leerstände

    Im breiteren Segment hingegen kam es der Erhebung zufolge zu steigenden Leerständen und Mietrückgängen. Stark entwickeln sich lediglich der Luxus- sowie der Gastronomie- und der Lebensmittelbereich. Bio-Supermärkte und ethnische Spezialmärkte florieren und erzielen "beachtliche Wachstumsraten". Es drängen auch immer mehr internationale Einzelhändler und Ketten nach Österreich – die Zahl der Neuzugänge sei im ersten Halbjahr 2017 "so hoch wie schon lange nicht" gewesen, heißt es in der EHL-Studie.

    Massive Probleme haben hingegen Textil- und Schuhgeschäfte. Aber auch Elektromärkte, Baumärkte und Sportartikelhändler geraten immer mehr unter Druck. Selbst große Ketten straffen ihre Filialnetze. Bei Neuvermietungen werden oft Teile der früheren Mietfläche nicht mehr übernommen.

    Herausfordernde Situation

    Insgesamt war die Situation des heimischen Einzelhandelsimmobilienmarktes heuer in den ersten sechs Monaten "nach wie vor herausfordernd". Allgemein sei die Entwicklung "unbefriedigend". Die Menschen geben mehr für Gastronomie, Freizeit oder Reisen aus – zulasten des klassischen Einzelhandels. Gleichzeitig verzeichnet der Onlinehandel hohe Wachstumsraten. In Österreich erfolgen den Angaben zufolge bereits 12,2 Prozent der Konsumausgaben via Internet – das ist der zweithöchste Wert in Europa. Online gekauft werden vor allem Elektronik, Bücher, Mode und Schuhe.

    Auch heuer mussten bisher bei Nachvermietungen tendenziell sinkende Mieten verlangt werden. Das gelte etwa auch für die Wiener Wollzeile in der Innenstadt, die noch vor wenigen Jahren "ausgezeichnet performt" habe. Dort seien bereits fünf großflächige Leerstände zu verzeichnen, obwohl die Mieten zuletzt deutlich reduziert worden seien. Durchwegs stabile Mieten gibt es nur in Luxuslagen in der Wiener Innenstadt, also auf dem Kohlmarkt, im Goldenen Quartier, am Graben sowie in Teilen der Tuchlauben und in der Bognergasse.

    Bei den Einkaufszentren in der Bundeshauptstadt seien das Donauzentrum, die SCS und das Auhof Center "seit längerem überdurchschnittlich erfolgreich" – das spiegelt sich in gleichbleibenden Mieten und weitgehender Vollvermietung. Hohe Leerstände gibt es hingegen bei schlechter gelegenen Shopping-Tempel wie etwa Citygate oder SCN, aber auch in Fachmarktzentren außerhalb der Großstädte. (APA, 27.6.2017)

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