Auffallend viele Schlangen in Österreichs Gärten unterwegs

27. Juni 2017, 14:25
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Die Reptilien sind in Gärten und in Hausfluren unterwegs – Durch den Wetterumschwung geht es ums Überleben

Wien – Wer einen Garten besitzt, dem könnte es schon aufgefallen sein: In diesem Jahr sind viele Schlangen unterwegs. Reptilienexpertin Helga Happ erklärte im Gespräch mit Spiegel-Online dieses Phänomen mit dem Wetterwechsel. Im März gab es einen Wärmeeinbruch, dem ein Temperaturabfall folgte. Die wechselwarmen Tiere sind zu früh aus dem Winterschlaf erwacht. Die Reserven sind nun verbraucht.

Leider geht es auch bei Begegnungen mit Menschen zeitweise ums Überleben, die die ungefährlichen Schlangen zerhacken. Die Tiere werden aber auch zu Auffangstationen gebracht. Happ, die die Reptilienauffangstelle für Kärnten leitet, vermeldet rund doppelt so viele Einsätze wir üblich.

Aus einem Garten bei Steyr wurden im April sogar 18 Schlangen entfernt, wurde aus Oberösterreich gemeldet.

Artenschutz

Dabei werden vor allem Äskulapnattern und Ringelnattern aus den Gärten geholt. Sie werden durchschnittlich mehr als einen Meter lang, sind aber beide vollkommen ungefährlich für Menschen. Die zwei Natternarten stehen in Österreich auf der Roten Liste, sind also streng geschützt.

Gerade Ringelnattern leben eigentlich vorwiegend in Feuchtgebieten. Doch im Moment suchen sie warme Orte auf, wo es zudem Beutetiere hinzieht. Äskulapnattern können sogar 1,8 Meter lang werden und sind gute Kletterer. Sie bevorzugen Gebiete, wo sie ausreichend Gelegenheit zum Sonnen haben. Flächenverlust durch Landwirtschaft und Zersiedelung nimmt ihnen jedoch immer mehr Lebensraum weg.

Nur Kreuzotter und Sandotter giftig

In Österreich gibt es zwei giftige Schlangenarten: Die Kreuzotter und die Sandotter, auch Hornviper genannt. Die Kreuzotter ist an ihrer auffälligen Zeichnung am Rücken zu erkennen, die Sandotter hat eine Art Horn auf ihrer Schnauze. (july, 27.6.2017)

  • Die Ringelnatter ist ungiftig.
    foto: ap/michael klug

    Die Ringelnatter ist ungiftig.

  • Auch die Äskulapnatter ist ungefährlich und ist streng geschützt.
    foto: ap/boris roessler

    Auch die Äskulapnatter ist ungefährlich und ist streng geschützt.

  • Die Kreuzotter ist an einem dunklen Zickzack-Band am Rücken zu erkennen. Ihre Färbung kann jedoch stark variieren. Für kleine Kinder oder kranke Menschen kann das Gift lebensbedrohend sein.
    foto: apa/dick klees

    Die Kreuzotter ist an einem dunklen Zickzack-Band am Rücken zu erkennen. Ihre Färbung kann jedoch stark variieren. Für kleine Kinder oder kranke Menschen kann das Gift lebensbedrohend sein.

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