Vom Glück eines Bienenstichs

Blog2. Juli 2017, 09:00
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Manchmal bringen einen die seltsamsten Dinge zur Ruhe. Wie eine kleine Biene einen Fernsehvormittag verursacht hat

Die Geschichte ist zu gut, um sie nicht aufzuschreiben. Ich habe sie nicht selbst erlebt, sondern nur gehört. Die Quelle ist aber überaus verlässlich, schüttelte selbst den Kopf beim Erzählen und war voll der Selbstverwunderung.

Für viele arbeitende Menschen ist der Juni einer der schlimmsten Monate im Jahr. Alles muss fertig werden, bevor der große Urlaub losgeht. Das bedeutet: viel Arbeit. Und dann kommen auch noch die Abschlussveranstaltungen in Schulen und Kindergärten dazu. Am Ende sind wenig Schlaf und eine zunehmende Erschöpfung die Folge.

Und dann ist da auch noch die Bienenallergie. Wäre nicht so schlimm, könnte man meinen. Doch wenn man trotzdem mit den Sprösslingen am Sonntag ins Freibad will, kann es passieren, dass man auf eine Biene im Gras tritt. Man weiß auch: Die Biene meint es nicht böse. Sie wird auch sterben. Aber trotzdem ist es passiert, es tut höllisch weh. Wo ist der Notfallspray? Diese Frage kann für Allergiker schließlich auch lebensrettend sein.

Und plötzlich Stille

Aber nein, nein: Es war alles halb so schlimm. Kein anaphylaktischer Schock. Keine Lebensgefahr. Nur dort, wo die Biene gestochen hatte, schwoll der Fuß ziemlich bombastisch an. "Ein richtiger Klumpfuß." Jedenfalls fuhr man zur Vorsicht und wegen der Allergie dann doch ins Spital. Und dort wurde der Gestochenen Ruhe verordnet und Fuß hochlagern.

Es war immer noch Juni, mit Stress und allem, was dazugehört. Doch der Biene sei Dank kam alles zur Ruhe. Bei brütender Hitze draußen war es im kühlen Wohnzimmer eigentlich sehr schön. Und als sämtliche Jobfragen und die Kinderversorgung organisiert waren, wurde der Fernseher schon morgens angeschaltet. Glotzen wie früher, als man selbst noch zur Schule ging und krank war. Manchmal braucht man einen solchen Stich, um zur Ruhe zu kommen, meinte die Gestochene. Ihr Bein ist mittlerweile "leider" wieder abgeschwollen. (Karin Pollack, 2.7.2017)

Blog: Gesunde Geschichten

Auch wir Gesundheitsredakteure des STANDARD sind immer wieder mal krank. Und wir würden gerne gesünder, fitter und krankheitspräventiver leben. Was wir für unser eigenes Wohlbefinden ausprobieren, was wir im Dschungel unseres Gesundheitssystems alles erleben, und was wir tun, wenn es uns selbst dreckig geht, beschreiben wir hier – als Otto Normalverbraucher, sozusagen. Und Achtung: Misery loves company – wir freuen uns über Tipps, Tricks und Resonanz.

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  • Karin Pollack beschäftigt sich von Berufs wegen mit Gesundheit. Manchmal hört sie auch Krankengeschichten, wie in diesem Fall.
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  • Sie können leider nicht anders: Bienen sammeln auch dort Nektar, wo Menschen barfuß laufen und stechen, wenn sie bedroht werden.
    foto: istockphoto

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