Ökonomen berechneten wirtschaftlichen Wert des Great Barrier Reef

Video26. Juni 2017, 14:32
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Wissenschafter kommen auf einen Gesamtwert von 37,5 Milliarden Euro und fordern mehr Schutzmaßnahmen

Sydney – Angesichts der zunehmenden Bedrohung des Great Barrier Reef vor der Nordküste Australiens hat erstmals eine Studie dessen wirtschaftlichen Wert ermittelt. Das Ergebnis: Das Ökosystem stellt mit umgerechnet 37,5 Milliarden Euro einen enormen Wirtschaftsfaktor dar. Die Autoren der Great Barrier Reef Foundation wollen mit ihrer Arbeit ein stärkeres Bewusstsein für die Bedeutung des Riffs angesichts seiner akuten Bedrohungslage schaffen. "Wir können sagen, es ist von unschätzbarem Wert. Aber konkrete Zahlen zu nennen kann helfen, Entscheidungen politisch durchzusetzen", heißt es in einer Aussendung.

"Zu groß, um zu scheitern" sei das Riff aus wirtschaftlicher Perspektive, schreiben sie in ihrem Bericht "Deloitte Access Economics", der am Montag veröffentlicht wurde. "Das Riff ist mehr als zwölf Sydney-Opernhäuser wert", heißt es darin. Etwa 64.000 Arbeitsplätze seien direkt daran gekoppelt.

Der indirekte Wert, das heißt seine Wertschöpfung auch bei Menschen, die das weltgrößte Korallenriff bisher nicht besucht hätten, es aber kennen, belaufe sich auf 16 Milliarden Euro. Der Chef der Stiftung, Steve Sargent, erklärte, dass die Studie zeige, dass kein anderes australisches Gut in ähnlich großer Weise zur Wahrnehmung der "Marke Australien" beitrage.

Zunehmende Zerstörung

Zuletzt sorgten alarmierende Berichte über die Bedrohung des Great Barrier Reef für Aufsehen. So ist die Korallenbleiche noch schlimmer als gedacht: Im Jahr 2016 seien 29 Prozent der Flachwasserkorallen abgestorben, teilten Forscher Ende Mai mit. Bisher waren die Wissenschafter aufgrund von Luft- und Unterwasseraufnahmen davon ausgegangen, dass im vergangenen Jahr "nur" 22 Prozent der Korallen zerstört wurden. In diesem Jahr wird mit einer weiteren verheerenden Korallenbleiche gerechnet. Ursache ist demnach der Klimawandel und die Erwärmung der Ozeane.

Zusätzliche Schäden richtete im März der Zyklon Debbie an. Starkregen infolge des Wirbelsturms ließ zahlreiche Flüsse über die Ufer treten. Das mit Ablagerungen und Stickstoff verschmutzte Hochwasser lief in das Riff und beschädigte die Korallen. Auch die Verschmutzung des Wassers durch Rückstände aus der landwirtschaftlichen Produktion setzt dem Ökosystem zu. (APA, 26.6.2017)

  • Allein im Vorjahr sind 29 Prozent der Korallen des Great Barrier Reef abgestorben.
    foto: apa/afp/sarah lai

    Allein im Vorjahr sind 29 Prozent der Korallen des Great Barrier Reef abgestorben.

  • great barrier reef foundation

    Begleitvideo zur Studie.

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