Wer künftig für die Grünen im Parlament sitzen soll

25. Juni 2017, 17:46
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Fast alle Landesorganisationen haben nun ihre Listen fertig – es kam zu mehreren Überraschungen

Wien – Eine Spitzenkandidatin allein macht noch keinen Parlamentsklub. Und wer in der kommenden Legislaturperiode im Nationalrat sitzt, hängt vor allem auch von den Landeslisten ab. Die Grünen haben am Wochenende nicht nur das Führungsteam Ulrike Lunacek und Ingrid Felipe sowie die Bundesliste abgesegnet, sondern auch mehrere regionale Frontfrauen und -männer bestellt. Ausständig sind jetzt noch Kärnten und Salzburg, wo die Landesorganisationen ihre Kandidatenreihung erst im Juli vornehmen.

Seit Samstag steht nun jedenfalls fest, dass die oberösterreichischen Grünen mit Ruperta Lichtenecker in die Wahl gehen werden. Die Nationalratsabgeordnete setzte sich gegen die aus diversen Untersuchungsausschüssen bekannte Gabriela Moser durch, die nur an dritter Stelle landete – derzeit verfügt die Landesorganisation über drei Mandate. Auf Platz zwei wurde Bauernsprecher Clemens Stammler gewählt.

Schwentner ist steirische Listenerste

Steirische Spitzenkandidatin ist die Abgeordnete und bewährte Sozialsprecherin Judith Schwentner. Sie wurde zeitgleich am Samstag auf der Landesversammlung in Leoben gewählt – von 93,2 Prozent der steirischen Mitglieder. Auf Listenplatz zwei bestätigte die Organisation den stellvertretenden Bundessprecher Werner Kogler.

Die Grünen im Burgenland haben – auch am Samstag – in Neusiedl am See die Landesliste für die Nationalratswahl festgelegt. Bei der Landesversammlung wurde Christiane Brunner zur Spitzenkandidatin gewählt. Die Nationalratsabgeordnete und Umweltsprecherin der Grünen erhielt 98 Prozent der Delegiertenstimmen. Am zweiten Listenplatz kandidiert Biobäuerin Irmi Salzer.

Walser Erster in Vorarlberg

Die Tiroler Grünen haben bereits Anfang Juni die 35-jährige Abgeordnete Berivan Aslan zur Listenanführerin gekürt. Das grüne Tirol ist derzeit mit zwei Abgeordneten im Nationalrat vertreten. Aslan erhielt bei der Landesversammlung in Kals am Großglockner 96 Prozent der Delegiertenstimmen. Auf dem zweiten Listenplatz folgt Thomas Haidenberger.

Die niederösterreichische Landesliste führt zum vierten Mal der Abgeordnete Dieter Brosz an, das steht sogar bereits seit dem Frühjahr fest. Der 48-Jährige aus Trumau im Bezirk Baden ist Sport- und Mediensprecher der Grünen. Bildungssprecher Harald Walser wurde vor ein paar Tagen in Frastanz zum Vorarlberger Spitzenkandidaten gewählt. Die Grünen im Ländle sitzen derzeit auch nur auf einem Mandat.

Überraschungen in Wien

Die Listenerste der Wiener Grünen ist die erwartbarste: Ulrike Lunacek, auch bundesweite Spitzenkandidatin im Nationalratswahlkampf 2017. Auf dem zweiten Platz folgt der interimistische Klubchef Albert Steinhauser, der dritte Platz ging an Sigi Maurer. Auch in Wien gab es bei der Wahl Anfang Juni einige Überraschungen: Die derzeitigen Abgeordneten Wolfgang Zinggl und Alev Korun schafften es beide nicht auf die erhofften Listenplätze. (Katharina Mittelstaedt, 26.6.2017)

  • Die Abgeordnete Ruperta Lichtenecker setzte sich in Oberösterreich gegen Gabriela Moser durch. Werner Kogler ist Listenzweiter in der Steiermark.
    foto: apa/helmut fohringer

    Die Abgeordnete Ruperta Lichtenecker setzte sich in Oberösterreich gegen Gabriela Moser durch. Werner Kogler ist Listenzweiter in der Steiermark.

  • Die Nationalratsabgeordnete und grüne Sozialsprecherin Judith Schwentner ist Spitzenkandidatin in der Steiermark.
    foto: apa/grüne

    Die Nationalratsabgeordnete und grüne Sozialsprecherin Judith Schwentner ist Spitzenkandidatin in der Steiermark.

  • Umweltsprecherin Christiane Brunner ist bei der Wahl die grüne Frontfrau im Burgenland.
    foto: apa/die grünen

    Umweltsprecherin Christiane Brunner ist bei der Wahl die grüne Frontfrau im Burgenland.

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