Erdrutsch in China: Mehr als 100 Menschen vermisst

24. Juni 2017, 19:47
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Drei Menschen aus Geröllmassen gerettet

Peking – In China sind am Samstag bei einem Erdrutsch vermutlich mehr als 100 Dorfbewohner ums Leben gekommen. Der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua zufolge wurden nach der Katastrophe in der südwestlichen Provinz Sichuan 112 Menschen vermisst. Zunächst hatten die Behörden eine Zahl von 141 genannt. Laut Medienberichten konnten die Rettungskräfte bislang erst sechs Leichen bergen. Wie der staatliche Fernsehsender CCTV berichtete, wurden nur drei Menschen aus den Geröllmassen gerettet: ein Paar und sein zwei Monate altes Baby.

Der abrutschende Berghang begrub in den frühen Morgenstunden das entlegene Dorf Xinmo unter sich. Davon betroffen waren mehr als 60 Häuser. Die Geröllmassen glitten über 800 Meter einen steilen Hang hinunter. Unten versperrten sie einen Flussabschnitt über eine Länge von zwei Kilometern sowie ein Straßenstück von 1,6 Kilometern, wie Xinhua meldete. Demnach waren mehr als 1000 Rettungskräfte im Einsatz. Die Polizei sperrte alle Straßen rund um den Unglücksort ab.

Auslöser seien wahrscheinlich starke Regenfälle gewesen, sagte ein Wissenschaftler der Chengdu Chinese Academy of Social Science, eine vom Staat geförderte Denkfabrik, im Radio. Er warnte vor einem Bruch einer der zahlreichen Staudämme in der Gegend. Dies könnte weitere Dörfer bedrohen.

In der Gegend in der Nähe zu Tibet ist die Gefahr von Erdbeben hoch. 2008 kamen bei Erschütterungen der Stärke 8,0 im Bezirk Wenchua im Zentrum der Provinz Sichuan fast 70.000 Menschen ums Leben. (APA, 24.6.2017)

  • Der Präsident rief die Rettungsmannschaften zu größten Anstrengungen auf, um die noch vermissten Menschen zu finden.
    foto: reuters/china daily

    Der Präsident rief die Rettungsmannschaften zu größten Anstrengungen auf, um die noch vermissten Menschen zu finden.

  • Hunderte Menschen suchen nach Vermissten.
    foto: ap

    Hunderte Menschen suchen nach Vermissten.

  • 390000 Menschen könnten von dem Unglück betroffen sein.
    foto: ap/he qinghai

    390000 Menschen könnten von dem Unglück betroffen sein.

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