Rettung der Volksbanken in Venetien verschlingt Milliarden

23. Juni 2017, 18:33
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Die vorgesehene Zerschlagung der beiden Krisenbanken aus Venetien wird die italienischen Steuerzahler bis zu 13 Milliarden Euro kosten

Rom/Mailand – Mit einer Summe von 13 Milliarden Euro kostet die Krise der zwei Banken in Summe mehr als jene der weltweit ältesten Bank, Monte dei Paschi di Siena. Bekanntlich sollen die beiden Banken, Veneto Banca und Banca Popolare di Vicenza (BPV), in eine Good Bank und in eine Bad Bank gespalten werden. Die Mailänder Bank Intesa Sanpaolo wird die Good Bank zu einem symbolischen Preis von einem Euro übernehmen.

Der Staat wird sich die Bad Bank aneignen, in welche u. a. die zehn Milliarden Euro an faulen Krediten der beiden Volksbanken übertragen werden. Dies wird den Staat bis zu 4,5 Milliarden kosten.

Darlehen vom Staat

2,5 Milliarden Euro wurden veranschlagt, um 4000 Beschäftigte der Banken (von insgesamt 11.000) in Frühpension zu entlassen. Zwei Milliarden sind für Risikoentschädigungen jener Kredite vorgesehen, die Intesa Sanpaolo übernehmen wird. Weitere 1,2 Milliarden Euro wird der Staat für Darlehen zuschießen, deren Rating gering ist und die nicht von Intesa Sanpaolo übernommen werden sollen. Weitere Wertberichtigungen in den Bilanzen von Veneto Banca und Banca Popolare di Vicenza werden auf drei Milliarden Euro geschätzt.

Banca Intesa Sanpaolo hat als einziger Bieter für die beiden Volksbanken Übernahmebedingungen gestellt: Die Übernahme darf keine Kapitalerhöhung erfordern und weder die großzügige Dividendenpolitik noch die harte Kernkapitalquote der Mailänder Großbank verändern. Die zuständige EU-Behörde und die EZB wollen spätestens bis Montag eine Entscheidung treffen. Da es kaum Alternativen gibt, ist bereits jetzt klar: Gewinner ist Banca Intesa Sanpaolo, Verlierer sind die Steuerzahler, Aktionäre und Anleihenbesitzer der beiden Banken. (Thesy Kness-Bastaroli, 23.6.2017)

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