Hasspostings und Fake News: Chance für traditionelle Medien

23. Juni 2017, 14:15
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EU-weite Regelung zum Umgang mit gefälschten Nachrichten ist noch nicht in Sicht

Brüssel/Wien – Hasspostings und Fake News sind ein großes Problem für die Glaubwürdigkeit sozialer Medien. Plattformen wie Facebook erkennen aber immer mehr, dass sie ihren Ruf schützen müssen, um Nutzer nicht zu verlieren, so Maximilian Strotmann aus dem Kabinett des EU-Digitalkommissars Andrus Ansip am Donnerstag zu österreichischen Journalisten in Brüssel.

Gefälschte Nachrichten wären aber eine große Chance für etablierte und traditionelle Medien, wieder mehr ins Geschäft zu kommen. Menschen würden wieder zu einem Medium zurückfinden, das sie leichter bewerten können. Dieses "Window of Opportunity" sollte genutzt werden.

Selbstverpflichtung sozialer Medien nicht ausreichend

Online setzt man einstweilen auf die Selbstverpflichtung sozialer Medien. Man könne den Mitgliedstaaten und Plattformen gegen ihren Willen keine Regelungen aufzwingen, so Strotmann. Dass sich Facebook und Co freiwillig zu einer raschen Überprüfung und Löschung gefälschter Inhalte oder Hasspostings bekennen, ist für viele Mitgliedstaaten freilich nicht zufriedenstellend.

Das Eingreifen durch Filtern von Nachrichten ist nach wie vor sehr umstritten. "Wir sind da sehr zurückhaltend." Auch Ansip selbst halte nichts von einem sogenannten Wahrheitsministerium, das entscheidet, welche Inhalte zuverlässig sind. Der Balanceakt zwischen Zensur und ausufernder Gewalt sei sehr schwierig, eine gemeinsame Lösung auf EU-Ebene dürfte noch dauern. (APA, 23.6.2017)

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