Allianz – Digitalisierung kostet in Deutschland fast 1.300 Stellen

    23. Juni 2017, 14:06
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    700 Mitarbeiter verlieren in den kommenden drei Jahren ihren Job – Keiner der zwölf Standorte wird geschlossen

    Die Digitalisierung wird viele Büro-Arbeitsplätze überflüssig machen, prophezeien Fachleute seit Jahren. Einen Vorgeschmack auf die künftige Entwicklung liefert der Versicherungskonzern Allianz in Deutschland. Die Assekuranz streicht dort in den kommenden drei Jahren 700 Verwaltungsstellen. Insgesamt verlieren 1.270 Mitarbeiter im Zuge der derzeit bereits laufenden Umstrukturierung ihren Job.

    Damit will der größte deutsche Versicherungskonzern die Möglichkeiten zur Kostensenkung nutzen, die die automatisierte Bearbeitung der Versicherungsverträge durch Computer mit sich bringt. Es soll aber keiner der zwölf deutschen Allianz-Standorte geschlossen werden, wie ein Sprecher der Deutschland-Sparte des Dax-Konzerns am Freitag sagte. Zuerst berichtete die "Süddeutsche Zeitung" über die Pläne.

    Die Automatisierung des Versicherungsgeschäfts

    Über die Umsetzung verhandelt die Unternehmensleitung nun mit dem Betriebsrat. Der Stellenabbau solle fair und sozialverträglich geschehen, so die Allianz. Wie genau die Stellen abgebaut werden sollen, blieb aber zunächst unklar. Konzernchef Oliver Bäte hat die Digitalisierung der Allianz zu einer seiner Hauptaufgaben erklärt. Die Automatisierung des Versicherungsgeschäfts soll rund 1,2 Mrd. Euro einbringen, durch Einsparungen und erhöhte Produktivität. Insgesamt fallen 1.270 Stellen weg, 570 davon wurden bereits im vergangenen Jahr mit Hilfe von Altersteilzeit abgebaut.

    Computer können heutzutage in der Versicherungsbranche viele Aufgaben übernehmen, die bisher von Hand erledigt werden. Dazu zählen etwa die Antragsbearbeitung von Neukunden, die Risikoprüfung, die Bearbeitung von Schadenfällen – sogar die Überprüfung möglicher Fälle von Versicherungsbetrug kann zumindest teilweise automatisiert werden. Da das zulasten der Arbeitsplätze geht, machen verärgerte Mitarbeiter laut "SZ" ihrem Unmut im Firmen-Intranet Luft. Laut Sprecher arbeiten 10.000 der 29.000 Allianz-Mitarbeiter in Deutschland in der internen Verwaltung.

    Abgesehen von Kosteneinsparungen will die Allianz ihre Verwaltung beschleunigen – unter anderem soll die Schadenbearbeitung flotter werden. Künftig werden laut Sprecher bestimmte Funktionen zusammengelegt. So soll etwa die Verwaltung des Unfallversicherungsgeschäfts künftig nur noch in Berlin und München sitzen, nicht mehr zusätzlich in Leipzig, Hamburg und Stuttgart. Der Konzern investiere in die Digitalisierung, um Kunden besser und schneller bedienen zu können, so der Sprecher. Der Personalabbau sei eine Konsequenz daraus. (APA, 23.6. 2017)

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