"Anstaltsnotizen": Saturnalien des radikalen Seins

    26. Juni 2017, 12:01
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    Jo Piccol schichtet seine Lyrik zu Wortkaskaden, zu Letterfällen des alltäglichen Wahnsinns

    Wortgewaltig, äußerst direkt, emotional, ungezügelt, erotisiert, elektrisierend, heißblütig, sinnlich, scheinbar zynisch und oberflächlich, subkutan sensibel, ehrlich, entwaffnend, Gott sei Dank politisch absolut inkorrekt, treffen sie mitten in Herz und Hirn: die Anstaltsnotizen des Jo Piccol. Wie stetige Uppercuts eines im Infight verwundeten Boxers schichtet der Autor, ganz in Tradition der sich verweigernden Nonkonformisten Vian, Gainsbourg, Borroughs, Bukowski, Brautigan, Ginsberg, seine Lyrik zu Wortkaskaden, zu Letterfällen des alltäglichen Wahnsinns.

    Den (ob seiner brotgebenden Profession als Werber) verinnerlichten Zynismus kanalisiert er in ausufernde, sprachgewandte Elegien. Die wüsten Verse illustrierend sekundierte subtil STANDARD-Art-Director Armin Karner. Hinter dem Synonym der Anstalt verbirgt sich nicht weniger als "Leben". Das Opus dekuvriert infantile Arroganz, Ekel, humanoide Schablonen, Sex, Saturnalien. Symbiotisch, fantastisch! (Gregor Auenhammer, Album, 26.6.2017)

    Präsentation: Di., 27. Juni 2017, 19 Uhr im Physiologischen Institut der Medizinischen Fakultät, Uni Wien, 1090, Schwarzspanierstr. 17

    • Jo Piccol & Armin Karner, "Anstaltsnotizen". € 19,90 / 184 Seiten, Jojo-Media-Verlag, Wien 2017
      cover: jojo-media-verlag

      Jo Piccol & Armin Karner, "Anstaltsnotizen". € 19,90 / 184 Seiten, Jojo-Media-Verlag, Wien 2017

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