Waffen auf Donauinsel: Polizei dementiert "Krone"-Bericht

    23. Juni 2017, 12:15
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    Der Bericht beruhte auf Informationen eines "nervösen Anzeigers", die Meldung wurde mittlerweile richtiggestellt

    Wien – Ein "Krone"-Artikel über einen angeblichen Fund von zwei Maschinenpistolen und einer Faustfeuerwaffe auf der Donauinsel sorgte am Freitagmorgen kurz vor Beginn des Donauinselfests für Aufregung. Ein Anrufer soll die Redaktion über den Fund informiert haben. Die Polizei Wien dementiert auf Anfrage des STANDARD den Vorfall und schreibt auch auf Twitter, dass es keinen derartigen Einsatz auf der Donauinsel gegeben hat.

    Richard Schmitt, Chefredakteur von krone.at, erklärt auf Anfrage des STANDARD, dass die Meldung sofort nach der Stellungnahme der Polizei Wien richtiggestellt wurde und die Onlineredaktion somit ihre journalistische Sorgfaltspflicht erfüllt habe. Die ursprüngliche Meldung wurde demnach in der Freitagsausgabe der "Krone" abgedruckt und anschließend online übernommen.

    foto: derstandard

    Die ursprüngliche Online-Meldung wurde gelöscht, ist aber noch im Google-Cache zu finden. In der Meldung wird der angebliche Waffenfund mit der Angst vor Terror in Verbindung gesetzt.

    Der erste Teil der ursprünglichen Meldung auf krone.at sah im genauen Wortlaut so aus:

    "Zwei Maschinenpistolen in Versteck auf Donauinsel!

    Nur wenige Stunden vor Beginn des 34. Donauinselfests gibt es Aufregung um einen brisanten Fund: In einem Versteck auf der Donauinsel lagen zwei Maschinenpistolen und eine Faustfeuerwaffe, wie die 'Krone' erfuhr. Ob es einen Zusammenhang mit dem größten Open-Air-Festival Europas gibt, ist noch nicht geklärt.

    Die Waffen wurden bei einer Sicherheitsbegehung, die die Polizei vor dem Donauinselfest routinemäßig durchführt, entdeckt. Die zwei Maschinenpistolen und die Faustfeuerwaffe lagen in einem Versteck. Wer sie dort deponiert hatte, ist ebenso unklar wie, wofür die Waffen verwendet hätten werden sollen. Auch ob es einen Zusammenhang mit der bevorstehenden Megaveranstaltung – letztes Jahr besuchten das Event über drei Millionen Menschen – gibt, ist unklar. Die Waffen wurden sichergestellt.

    Thema Terror auch beim Donauinselfest allgegenwärtig

    Beim Fest selbst wird die Polizei laut eigenen Angaben mit insgesamt rund 1.000 Beamten im Einsatz sein. Auch 600 Securities sind engagiert. Das Thema Terror ist auch hier allgegenwärtig. Das Sicherheitskonzept wurde 'entsprechend der aktuellen europäischen Sicherheitslage und Erfahrungen aus den jüngsten Vorfällen in Europa adaptiert und angepasst', hieß es zuletzt. Das gesamte Gelände wird lückenlos mit Kameras überwacht. Besucher werden gebeten, sich an die Insel-Hausordnung zu halten. Rucksäcke und große Taschen etwa sind nicht erwünscht." (ehei, APA, 23.6.2017)

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