Iran und Türkei liefern Nahrungsmittel nach Katar

22. Juni 2017, 14:24
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Ankara schickt Schiff mit Hilfsgütern – Unterstützung auch per Flugzeug

Istanbul – Die Türkei und der Iran kommen dem isolierten Golfemirat Katar zur Hilfe: Teheran gab am Donnerstag an, täglich 1.100 Tonnen Obst und Gemüse per Schiff in den Wüstenstaat zu schicken, der seit zwei Wochen einer Blockade durch seine arabischen Nachbarn unterliegt. Auch die Türkei entsandte erstmals ein Schiff mit Lebensmitteln in das Land, das auf Nahrungsimporte angewiesen ist.

Saudi-Arabien, Ägypten, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate hatten am 5. Juni ihre diplomatischen Beziehungen zu Katar abgebrochen und eine Verkehrs- und Handelsblockade gegen den gasreichen Wüstenstaat am Persischen Golf verhängt. Mehrere weitere arabische Staaten schlossen sich dem Vorgehen gegen Katar an.

Reiche Wüste

Katar zählt zwar dank seiner riesigen Gasvorkommen zu den reichsten Staaten der Welt, doch besteht der Kleinstaat im Persischen Golf fast vollständig aus Wüste. Zur Versorgung der 2,6 Millionen Einwohner ist das Emirat auf Nahrungsimporte angewiesen. Nach der Schließung seiner einzigen Landgrenze zu Saudi-Arabien bleibt dafür nur noch der Luft- oder Seeweg.

Die Türkei schickte am Donnerstag erstmals ein Schiff mit Hilfsgütern für seinen isolierten Verbündeten. Das Schiff verließ den türkischen Hafen Aliaga in der westlichen Provinz Izmir mit 4.000 Tonnen Obst, Gemüse und anderen Lebensmitteln, wie die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete. Es soll in zehn Tagen in dem Golfemirat eintreffen.

Flugzeuge

Die Türkei hat bereits mehr als hundert Flugzeuge mit Hilfsgütern nach Katar geschickt, wie Wirtschaftsminister Nihat Zeybekci am Mittwoch mitteilte. Auch der Iran entsandte mehrere Flugzeuge mit Lebensmittel nach Katar.

Saudi-Arabien und seine Verbündeten werfen Katar vor, "Terrorgruppen" wie die ägyptische Muslimbruderschaft und die palästinensische Hamas zu unterstützen. Zudem sind sie verärgert darüber, dass Katar ihren harten Kurs gegenüber dem Iran nicht mitträgt. Kuwait und andere Staaten bemühen sich um Vermittlung in der Krise, doch bisher ohne Erfolg.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan vereinbarte bei einem Telefonat mit dem saudi-arabischen König Salman am Mittwochabend, die "Bemühungen zu verstärken", um den Konflikt mit Katar beizulegen. Die Türkei ist ein enger Verbündeter Katars, will aber zugleich Riad nicht gegen sich aufbringen, mit dem es ebenfalls gute Beziehungen unterhält. (APA, 22.6.2017)

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