Fluglinie El Al muss wegen Diskriminierung Entschädigung zahlen

    22. Juni 2017, 13:20
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    Ultraorthodoxer wollte nicht neben Frau sitzen, diese wurde zum Platzwechsel aufgefordert

    Jerusalem – Weil ein strengreligiöser Mann im Flugzeug nicht neben einer Frau sitzen wollte, wechselte die Holocaust-Überlebende auf Bitte der Fluglinie den Platz. Wegen Diskriminierung muss die israelische Fluggesellschaft El Al dafür der Frau nun rund 1.600 Euro Entschädigung zahlen, entschied ein Gericht in Jerusalem.

    "Unter wirklich keinen Umständen kann ein Mitglied der Besatzung einen Passagier bitten, sich umzusetzen, weil der Sitznachbar aufgrund des Geschlechts nicht neben ihm sitzen will", sagte die Richterin laut der "Times of Israel" vom Donnerstag. "Dieser Grundsatz ist ein direkter Verstoß gegen das Gesetz gegen Diskriminierung."

    Flug nach Tel Aviv

    Die "New York Times" hatte im Februar 2016 berichtet, die frühere Rechtsanwältin sei von New York nach Tel Aviv geflogen. Ein ultraorthodoxer Jude habe den Sitzplatz neben ihr zugewiesen bekommen, sich jedoch aus Glaubensgründen nicht neben eine Frau setzen wollen. Ein Flugbegleiter habe ihr daraufhin einen "besseren" Platz in einer anderen Reihe angeboten. Sie habe widerwillig zugestimmt.

    Eine Sprecherin von El Al sagte, die Fluggesellschaft habe grundsätzlich die Vorgabe, für denjenigen Passagier einen anderen Sitz zu finden, der unzufrieden sei – nicht für den Sitznachbarn. "Beide Seiten haben sich darauf geeinigt, dass die Vorgaben des Unternehmens in dieser speziellen Sache gegenüber den Mitarbeitern präzisiert werden", sagte sie zu der Gerichtsentscheidung. (APA, 22.6.2017)

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