Österreichische Entwicklungsbank finanziert Mobile Banking in Uganda

    22. Juni 2017, 12:55
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    Entwicklungsbericht 2016: Erstmals Gesamtprojektvolumen von über einer Milliarde Euro

    Die Österreichische Entwicklungsbank (OeEB) hat ihren Entwicklungsbericht für das Jahr 2016 vorgelegt. Das Gesamtprojektvolumen übertraf mit Jahresende erstmals über eine Milliarde Euro. Knapp ein Drittel betraf Projekte im Bereich Mikrofinanz und KMU-Förderung. Mit mehr als 40 Prozent des Portfolios trägt die OeEB über Erneuerbare Energien und Energieeffizienz zur Eindämmung des Klimawandels bei.

    Eines der Projekte ist die Unterstützung von Mobile Banking in Uganda. In dem ostafrikanischen Land macht die Nutzung des Handys für Mobile Banking den Geldtransfer auch in entlegene Gebiete möglich. Damit können etwa die in der Hauptstadt arbeitenden Menschen Geld zur Unterstützung ihrer Familie am Land transferieren. Der Finanzdienstleister Chims Africa Ltd. hat in Uganda über 2.000 Partner für Geldtransfer-Services unter Vertrag.

    Keinen Zugang zu Finanzdienstleistungen

    "Menschen, die bisher keinen Zugang zu Finanzdienstleistungen hatten, können so nun Rechnungen wie etwa jene für Schulgebühren über ihr Handy begleichen", erklären die OeEB-Vorstände Andrea Hagmann und Michael Wancata in einer Aussendung. Auch NGOs, die im Norden des Landes Flüchtlinge aus dem Südsudan in Lagern betreuen, nutzen die Dienste von Chims für ihre Auszahlungen.

    Damit das Unternehmen seine Services aufbauen konnte, war Beteiligungskapital gesucht. Die OeEB hat es über einen Fonds eingebracht. Konkret ist die OeEB mit 5 Millionen US-Dollar (4,5 Mio. Euro) am Ascent Rift Valley Fund beteiligt. Dieser Fonds stellt Eigenkapital für Klein- und Mittelbetriebe (KMU) in Ostafrika bereit. An Chims ist der Fonds mit 36,33 Prozent beteiligt, die OeEB hat rund 100.000 Dollar bereitgestellt.

    Mit anderen Projekten wird der Aufbau von Kleinst- und Kleinunternehmen unterstützt. Damit werden Jobs geschaffen und neue Entwicklungsperspektiven eröffnet. In allen Unternehmen, die von der OeEB direkt Finanzierungen in Form von Krediten oder Beteiligungen erhielten, sind derzeit über 29.000 Personen tätig. Ein Vielfaches an Jobs wird in der Lieferkette und in Kleinst-, Klein- und Mittelbetrieben, die indirekt über OeEB-Kreditlinien an lokale Banken finanziert werden, geschaffen.

    38.000 Kleinkreditnehmer

    Über Mikrokredit-Projekte erreicht die OeEB mehr als 38.000 Kleinkreditnehmer, die sich damit eine kleine, eigene Existenz aufbauen konnten. Annähernd 22.000 Klein- und Mittelbetriebe erhielten über weitere laufende KMU-Projekte eine Finanzierung. Der Entwicklungs-Jahresbericht ist im Internet unter www.oe-eb.at veröffentlicht. Die Förderbank arbeitet dabei übrigens profitabel: Im Jahr 2016 wurde ein Gewinn von 8 Mio. Euro erwirtschaftet, wie schon im März mitgeteilt worden war.

    Die Österreichische Entwicklungsbank ist eine 100-Prozent-Tochtergesellschaft der Österreichischen Kontrollbank, die den heimischen Banken gehört. Für die Kredite, die sie vergibt, holt sie sich das Geld vom internationalen Kapitalmarkt. Die Projekte werden inhaltlich im Auftrag der Republik gestaltet, die Beteiligungsprojekte treuhändisch für die Republik Österreich im Auftrag des Finanzministeriums (BMF). Das Geld, das über Kredite und Beteiligungen eingesetzt wird, zählt nicht zu den offiziellen österreichischen Entwicklungshilfegeldern. Daher wäre die OeEB nicht von Einschnitten bei der Entwicklungshilfe betroffen, wie sie Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) für afrikanische Länder erwogen hat, um damit die Schließung der "Mittelmeerroute" für Flüchtlinge zu erreichen. (APA, 22.06 2017)

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