Nachrichtennutzung steigt, vor allem digital und mobil

22. Juni 2017, 15:23
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Digital News Report des Reuters Institute: Mehr Menschen bereit, für Onlinenews zu zahlen

Oxford/Wien – Zum sechsten Mal befragte das Reuters Institute for the Study of Journalism mit Sitz in Oxford Menschen zu ihrem Nachrichtenkonsum. Die diesjährige Studie, die am Donnerstag beim Treffen des Global Editors Network (GEN) in Wien vorgestellt wurde, liefert Daten zum Medienwandel in 36 Ländern.

Zentrale Ergebnisse für Österreich: Im Vergleich zu 2016 nutzen mehr Personen täglich Nachrichten, zunehmend digital und mobil. 68 Prozent gaben an, mehrmals pro Tag Nachrichten zu lesen, 2016 waren es 56,4 Prozent. Nach wie vor nutzen zwar die meisten Befragten traditionelle Medien wie Fernsehen (29,4 Prozent) oder gedruckte Tageszeitungen (21,4 Prozent), digitale Angebote legen aber zu, hier vor allem Nachrichtenapps auf Smartphones und Tablets. Die Bereitschaft, für Onlinenachrichten zu bezahlen, steigt auf 7,4 Prozent der Befragten im Vergleich zu 6,6 Prozent im Vorjahr. Österreich gehört jedoch weiter zu jenen Ländern mit der geringsten Zahlungsbereitschaft.

Weltweit zahlen im Schnitt dreizehn Prozent für Onlinenachrichten, die Norweger sind dazu am häufigsten bereit, am wenigsten die Griechen. In den USA stieg die Zahlungsbereitschaft für Onlinenews von neun auf 16 Prozent.

Nutzung von Adblocker stagniert

24 Prozent der Befragten geben an, Adblocker zur Ausblendung von Werbung zu nutzen, am höchsten ist dieser Wert mit 36 Prozent in Griechenland. Insgesamt stagniert die Nutzung der Werbeblocker. In Österreich nutzen 23 Prozent der User einen Adblocker, 60 Prozent empfinden hierzulande Onlinewerbung als belästigend. Dieser Wert steigt mit Alter, Bildungsgrad und Höhe des Haushaltseinkommens.

Wenn es um Fakten geht, vertrauen Menschen weltweit klassischen Medienhäusern mehr (40 Prozent) als sozialen Medien (24 Prozent). Nur bei den Griechen liegen Social Media vorne. Generell ist das Vertrauen in Medien in Finnland mit 62 Prozent am höchsten, in Griechenland und Südkorea am niedrigsten. Österreich liegt mit 45 Prozent im guten Mittelfeld.

Whatsapp legt zu

Facebook und Twitter spielen zwar weiter eine wichtige Rolle im Nachrichtenkonsum, insgesamt nimmt aber die Nutzung von Messaging-Diensten massiv zu. Allen voran trifft dies auf Whatsapp zu mit einer Steigerung von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch die Verwendung von Snapchat Discover und Apple News nahm 2017 zu. In Österreich ist der Anteil jener Personen, die hauptsächlich das Handy zum Lesen von Nachrichten nutzen, um 28 Prozent gestiegen.

DerStandard.at hilft laut dieser Befragung am besten, komplexe Angelegenheiten zu verstehen, und bietet auch die stärksten Blickwinkel und Meinungen. Orf.at liefert die genauesten und verlässlichsten Nachrichten, gefolgt von derStandard.at und salzburg.com.

Für den Digital News Report wurden dieses Jahr mehr als 71.000 Personen in 36 Ländern befragt, rund 2.000 in jedem Land. In Österreich ist die Universität Salzburg Partner des Reuters Institute, auch DER STANDARD unterstützt das Projekt. (red, 22.6.2017)

  • Vertrauen in Medien im Ländervergleich.
    grafik: standard

    Vertrauen in Medien im Ländervergleich.

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