Deutsche Bahn hat Probleme mit neuen ICE-Zügen

    21. Juni 2017, 16:36
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    Regelbetrieb ab Dezember laut Deutscher Bahn und Siemens nicht gefährdet

    Berlin/München – Der ICE 4, den die Deutsche Bahn ab Dezember im Regelbetrieb einsetzen will, vibriert während der Fahrt. Das Phänomen trete zwar nur auf einigen Streckenabschnitten, bei Geschwindigkeiten von mindestens 230 Stundenkilometern und nur in einzelnen Waggons auf, es komme aber immer wieder, berichtete der "Spiegel" am Mittwoch vorab aus seiner neuen Ausgabe.

    Die Deutsche Bahn und Siemens bestätigten, dass während des mehrmonatigen Probebetriebs mit zunehmender Laufleistung der beiden Testzüge ein "hochfrequentes Vibrieren" in einzelnen Wagen festgestellt worden sei. Die Sicherheit werde dadurch aber nicht beeinträchtigt, teilten die Unternehmen in einer gemeinsamen Erklärung mit. Lediglich der Komfort sei dadurch eingeschränkt. Eine kurzfristige Lösung sei bereits gefunden worden, gleichzeitig arbeiteten Deutsche Bahn und Siemens an einer weiteren Optimierung.

    Plammäßige Aufnahme des Regelbetriebs

    Bahn-Verkehrsvorstand Berthold Huber wies Spekulationen zurück, dass die Zulassung des ICE 4 gefährdet sein könnte. "Es gibt derzeit keinerlei Anzeichen dafür, dass die planmäßige Aufnahme des Regelbetriebs des ICE 4 im Dezember 2017 gefährdet ist", erklärte Huber. "Genau aus diesem Grund" laufe bei der Deutschen Bahn mit der zwölfmonatigen Einführungsphase des ICE 4 der längste Test in der Unternehmensgeschichte: "Um das Fahrzeug auf Herz und Nieren zu testen und eventuelle 'Kinderkrankheiten' vor Start des Regelbetriebs zu beseitigen."

    Laut dem Bericht des "Spiegel" sieht die zuständige Aufsichtsbehörde das Problem differenzierter. Demnach veröffentlichte das Eisenbahnbundesamt bereits im vergangenen Herbst eine sogenannte Fachmitteilung, in der es vor einem instabilen Fahrverhalten bei verschiedenen Fahrzeugen warnte. Schlimmstenfalls könne die Behörde die Genehmigung für den ICE 4 entziehen.

    Der ICE 4 kommt nur auf eine Höchstgeschwindigkeit von 250 Stundenkilometer und ist damit langsamer als die Vorgänger-Generation des ICE 3. Er soll der Deutschen Bahn aber durch mehr Sitzplätze und die damit einhergehende Möglichkeit zu mehr verkauften Tickets pro Zug sowie durch einen geringeren Energieverbrauch aus der Krise helfen. Der Fernverkehr kämpft inzwischen seit Jahren gegen die Billigkonkurrenz der Fernbusse.

    Bisher hat die Deutsche Bahn 130 neue ICE 4 geordert und mit einem Volumen von 5,3 Mrd. Euro ihr größtes Fahrzeugprojekt überhaupt in Auftrag gegeben. Die Züge sollen bis Mitte 2023 ausgeliefert werden und nach und nach die inzwischen in die Jahre gekommenen Exemplare der ICE-1- und ICE-2-Flotte ersetzen. (APA, 21.6.2017)

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