Deutsche Telekom plant Fusion von T-Mobile US mit Sprint – Bericht

    21. Juni 2017, 14:02
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    Laut "Handelsblatt" radikaler Strategiewechsel auf dem US-Markt

    Die Deutsche Telekom arbeitet offenbar an einem radikalen Strategiewechsel für den US-Markt und das Tochterunternehmen T-Mobile US. Wie das "Handelsblatt" am Mittwoch unter Berufung auf das Umfeld der Telekom-Konzernspitze berichtete, will das DAX-Unternehmen seine US-Tochter nicht mehr verkaufen.

    Zusammenschluss vor drei Jahren gescheitert

    Stattdessen bevorzuge die Deutsche Telekom eine Fusion mit dem Wettbewerber Sprint, der US-Mobilfunktochter des japanischen Telekommunikationsriesen Softbank. Der Zusammenschluss war vor drei Jahren an den US-Behörden gescheitert.

    Die unternehmerische Führung des neuen Konzerns solle bei der Telekom liegen, berichtete das "Handelsblatt". Der Zusammenschluss soll demnach als sogenannter "Paperdeal" vollzogen werden. Bei dieser Art der Fusion werden nur Aktien, kein Bargeld getauscht. Ein offizieller Beschluss des Aufsichtsrats liegt der Zeitung zufolge noch nicht vor, die notwendigen politischen Vorgespräche seien nicht abgeschlossen. Die Telekom wollte sich auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP nicht zu dem Bericht äußern.

    US-Medien hatten bereits im Februar berichtet, dass Softbank in den kommenden Monaten mit der Telekom über einen Zusammenschluss von Sprint und T-Mobile US verhandeln könnte. Japans führendes Telekommunikationsunternehmen hatte Sprint vor drei Jahren teuer eingekauft. Anfang Februar erklärte Konzernchef Masayoshi Son, er habe zunächst auch T-Mobile kaufen und beide Unternehmen fusionieren wollen – dieser Plan sei aber an den Wettbewerbshütern gescheitert.

    Unter Trump leichter umsetzbar

    Dem "Handelsblatt" zufolge glaubt das Telekom-Management offenbar, dass ein Zusammenschluss der beiden Mobilfunkunternehmen unter US-Präsident Donald Trump leichter umsetzbar sein könnte. "Wir haben in den USA 45.000 Menschen in Lohn und Brot gebracht. Das ist sicher keine schlechte Botschaft im Sinne von 'America First'", zitierte die Zeitung eine jüngere Aussage des Telekom-Konzernchefs Timotheus Höttges.

    Ein Zusammenschluss von Sprint und T-Mobile US könnte den Wettbewerb auf dem amerikanischen Markt verstärken. Bislang sind dort Verizon Wireless und AT&T Marktführer. Dem "Handelsblatt" zufolge würde durch die Fusion ein Konzern mit 70 Mrd. Dollar (62,75 Mrd. Euro) Umsatz entstehen. (APA/AFP, 21.6.2017)

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