"Assassin's Creed: Origins" angespielt: Würdiges Comeback in Ägypten

    25. Juni 2017, 11:00
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    Action-Rollenspiel hinterlässt im Hands-on einen guten Ersteindruck

    Kaum ein Spiel hat mittlerweile so viele historische Szenarien bearbeitet, wie Ubisofts "Assassin‘s Creed"-Reihe. Auf der Suche nach einem unerschlossenen Setting ist man heuer in alten Ägypten fündig geworden. Der Spieler schlüpft in die Haut von Bayek, einem Angehörigen der Medjau. Das aus dem heutigen Nordsudan stammende Nubier-Volk stellte einst Söldner, die im Dienste der Ägypter Aufgaben übernahmen, die heute die Polizei innehat.

    Auf der E3 hat Ubisoft einen Einblick in das nächste Abenteuer ermöglicht. Der GameStandard hat 20 Minuten Story-Gameplay erlebt und zehn Minuten in der Kampfarena von "Assassin's Creed: Origins" verbracht.

    Prügelpriester

    Zu Beginn der Handlung weiß Bayek noch nichts von seinem künftigen Dasein als Meuchler. Stattdessen kümmert man sich nach einer kurzen Einführung in die Steuerung erst einmal um Alltagsprobleme in einem Küstenort. So fällt etwa ein maskierter Priester auf, der einen jungen Burschen öffentlichkeitswirksam körperlich maßregelt.

    Darauf angesprochen, erklärt er, dass dieser zwei goldene Statuen hätte transportieren sollen, diese aber gestohlen hätte, weswegen er nun hingerichtet werden solle. Die Version des Verprügelten klingt allerdings ganz anders. Er sei überfallen worden. Eine Statue sei dabei ins Wasser gefallen und im Hafen versunken, die andere sei am Schiff der Schurken. Ganz klar ein Fall für Inspektor Bayek.

    Und dieser schickt am besten zuerst den Adler los, der als Helfer zur Markierung von wichtigen Punkten und Gegnern auf der Karte eingesetzt wird. Später kann er, sofern man die entsprechende Fertigkeit im Skilltree freischaltet, Feinde auch aktiv ablenken. Gelbe Marker zeigen anschließend die mutmaßliche Position der Statuetten laut Angaben des Jungen.

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    Tauchen und Töten

    In die Bucht geht es schließlich auf einem kleinen Boot, wobei Ubisoft die Steuerung hier vom Feeling her sehr gut umgesetzt hat. Ist man langsam unterwegs, kann man wendig um Hindernisse navigieren. Setzt man auf Geschwindigkeit, lässt sich der Wasserwiderstand gut "spüren" und die Kurven fallen größer aus. Die schöne Darstellung von Meer und Gischt trägt ebenfalls zu dem schönen Segelerlebnis bei.

    Während die erste Goldfigur sich wirklich am Meeresgrund befindet und schnell heraus getaucht ist, gibt es für die Beschaffung des zweiten Prunkstücks mehrere Wege. So kann man sich entweder an Bord schleichen und probieren, das Objekt der Begierde ungesehen an sich zu reißen, genauso aber schwertschwingend über die Reling springen und sich von Back- bis Steuerbord metzeln.

    Im Hands-on wurde der Mittelweg ausprobiert. Nach der lautlosen Beseitigung zweier Schurken wurde der Rest der Besatzung per Bogen unter Beschuss genommen. Ein Plan, der nur teilweise aufging, da plötzlich durch einen Pfeil im Kopf umfallende Kollegen natürlich für Alarmstimmung sorgen. Die verbliebenen Diebe, inklusive Kapitän, wurden also in einem elegant animierten Schwertkampf bezwungen.

    Entscheidungen

    Zurück beim Prügelpriester folgte eine Entscheidung. Denn der Kleriker bestand darauf, dass der Knabe trotz wahrheitsgemäßer Angaben ohnehin auch für viele weitere Sünden büßen müsse – und schlug ihn KO. Als Spieler steht man hier vor der Wahl, sein Verhalten zu tolerieren, oder ihn von seinem weltlichen Dasein zu erlösen. Festlegungen wie diese sollen sich auf den weiteren Verlauf des Spieles auswirken.

    Es folgte ein Ausflug in einen Arenamodus, der primär der Demonstration des Kampfsystems dient. An diesem haben die Entwickler seit dem letzten Teil aus 2015 ("Syndicate") herumgeschraubt. Es erinnert nun im Großen und Ganzen an jenes in "The Witcher 3". Ein Vergleich, der als Lob zu verstehen ist. Auch hier muss man Eigenheiten und Ausrüstung der Gegner beachten – beispielsweise Waffen mit großer Reichweite oder Schilde.

    Ihnen kann man eigene Sonderfertigkeiten entgegensetzen, die sich durch die Investition von Fertigkeitspunkten in den Skilltree freischalten lassen, die man bei erreichen eines neuen Levels erhält. Spezialisierungen sollen in alle Richtungen möglich sein, es bleibt dem Spieler überlassen, ob man sein Können einseitig stark ausbaut oder stattdessen zum Allrounder wird. Wie stark hier der Einfluss auf das Spielerlebnis ist, bleibt abzuwarten.

    Elegantes Kampfsystem

    Beim kurzen Ausflug in einen eigenen Arenamodus bekam es Bayek mit verschieden ausgerüsteten Soldaten sowie einem übermächtigen Bossgegner zu tun. Das Kampfsystem haben die Entwickler aufpoliert und sich dabei scheinbar Anleihen an "The Witcher 3" genommen.

    Das ist ausdrücklich als Lob zu verstehen, denn das Schwertschwingen bereitet nach etwas Übung sowohl mit Geralt of Rivia und auch mit Bayek Vergnügen. Besonders starke Widersacher werden neben guten Reaktionen und taktischem Vorgehen allerdings auch einige Geduld erfordern.

    Guter Ersteindruck

    Während sich über die erzählerischen Qualitäten auf Basis des Gesehenen kaum Aussagen treffen lassen, macht "Assassin‘s Creed: Origins" grafisch, akustisch und technisch schon einen guten Eindruck. Das unverbrauchte Szenario macht Lust auf mehr.

    Bayeks neuer Lebensabschnitt soll im kommenden Oktober auf der Playstation 4, Xbox One und dem PC beginnen. (Georg Pichler aus Los Angeles, 25.06.2017)

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    Hinweis im Sinne der Leitlinien: Die Reise zur E3 erfolgte auf Einladung von Xbox EMEA.

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    Assassin's Creed: Origins

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