OECD-Vergleich: In Österreich fließt wenig Geld in den Kindergarten

    21. Juni 2017, 13:22
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    Betreuungsraten bei Drei- und Fünfjährigen leicht über OECD-Schnitt, bei Unter-Dreijährigen stark darunter

    Wien – In Österreich wird im OECD-Vergleich ein eher geringer Anteil des BIP für Volksschule und Kindergarten aufgewendet. Das zeigt die am Mittwoch vorgestellte OECD-Studie "Starting Strong". Demnach fließen hierzulande nur 0,9 Prozent des BIP aus öffentlichen wie privaten Quellen in die Volksschulen (OECD: 1,5 Prozent) und 0,6 Prozent in die frühkindliche Erziehung (OECD: 0,8 Prozent).

    Zwei Prozent oder mehr des BIP für den Volksschulbereich werden in Israel (2,4), Dänemark (2,2), Island, Norwegen, Kanada, Kolumbien (je 2,1 Prozent), Mexiko und Irland (je 2,0 Prozent) aufgewendet. Weniger als ein Prozent sind es neben Österreich in Ungarn, der Slowakei (je 0,9 Prozent), Tschechien (0,8 Prozent) und Deutschland (0,6 Prozent).

    Die höchsten Aufwendungen für die frühkindliche Erziehung gemessen am BIP gibt es in Schweden und Norwegen (je 2,0 Prozent). Gering sind sie demgegenüber in Irland (0,1 Prozent) der Schweiz und Japan (je 0,2 Prozent).

    Gute Betreuung

    Bei den Betreuungsraten im frühkindlichen Bereich findet sich Österreich bei den Drei- und Fünfjährigen leicht über dem OECD-Schnitt: Demnach besuchen hierzulande 73 Prozent der Dreijährigen und 96 Prozent der Fünfjährigen eine frühkindliche Bildungseinrichtung (OECD-Schnitt: 71 bzw. 95 Prozent). Spitzenreiter ist hier Frankreich mit jeweils 100 Prozent.

    Bei den Unter-Dreijährigen liegt Österreich mit 19 Prozent dagegen unter dem OECD-Schnitt von 34 Prozent. Spitzenreiter ist Dänemark mit 65 Prozent.

    Bessere Lernergebnisse

    Weiteres Studienergebnis: 15-Jährige schneiden bei der PISA-Auswertung besser ab, wenn sie schon vor der Schule einen Kindergarten oder eine ähnliche Einrichtung besucht haben. Besonders stark ist der Effekt bei Kindern, die aus schwierigen sozialen Verhältnissen stammen.

    Wer zwei Jahre oder länger im Kindergarten war, erreichte bei der PISA-Studie (Naturwissenschaften) in Österreich um 33 Punkte mehr als jene, die weniger als zwei Jahr dort verbrachten. Bereinigt man diese Zahlen um den sozioökonomischen Hintergrund (Kinder aus höher gebildeten Familien besuchen öfter und länger einen Kindergarten, Anm.), bleibt noch immer ein statistisch signifikanter Unterschied von 16 Punkten. Kinder mit Migrationshintergrund kommen auf ähnliche Punktedifferenzen (31 Punkte) schon, wenn der Kindergarten nur ein Jahr besucht wurde. (APA)

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