Deutscher Rundfunkbeitrag könnte nach Verlust von Sportrechten sinken

21. Juni 2017, 14:17
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Kommission wird die Einsparpotenziale prüfen, heißt es – Bericht wird im Frühjahr 2018 veröffentlicht

Eine Senkung des Rundfunkbeitrages in Deutschland ist durchaus denkbar, weil die öffentlich-rechtlichen TV-Sender diverse Sportrechte verloren haben. "Die Kommission wird die Einsparpotenziale sorgfältig prüfen und die Differenz aus nicht benötigten Mitteln für Sportrechte und Kosten des Ersatzprogramms ausweisen", sagte Heinz Fischer-Heidlberger, Chef der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten, der Sport Bild. Die Höhe des Rundfunkbeitrags wird von der KEF empfohlen.

Der 21. KEF-Bericht wird im Frühjahr 2018 veröffentlicht. Seit April 2015 muss jeder Haushalt in Deutschland 17,50 Euro Rundfunkbeitrag pro Monat zahlen.

ARD will keine Senkung

Die ARD sieht allerdings keinen Spielraum für Gebührensenkungen. "Von einem grandiosen Verlust an Sportrechten für die Öffentlich-Rechtlichen kann derzeit nun wirklich nicht die Rede sein", sagte ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky.

"Die Relevanz von ARD und ZDF im Bereich des Livesports wird selbstverständlich auch zukünftig sehr hoch sein, schließlich sind wir nach wie vor Halter von in Deutschland enorm bedeutenden Sportrechten", so Balkausky.

Zuletzt hatte das ZDF nicht mehr den Zuschlag für die Free-TV-Rechte an der Champions League ab 2018 erhalten. Im Juni 2015 verloren ARD/ZDF die Rechte an den Olympischen Spielen von 2018 bis 2024 an Discovery. 2013 wechselten die TV-Rechte der WM- und EM-Qualifikationsspiele der deutschen Nationalmannschaft zu RTL.

Bei anderen Großereignissen wie der Handball-WM mit Deutschland als Europameister oder der Eishockey-WM in Köln hatten die Sportfans bei den öffentlich-rechtlichen Sendern ebenfalls in die Röhre geschaut. (sid, APA, 21.6.2017)

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