Sexismusvorwürfe und aggressive Firmenkultur: Uber-Chef Kalanick geht

21. Juni 2017, 07:43
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Investoren haben Druck auf Mitgründer ausgeübt und Abgang verlangt

San Francisco – Travis Kalanick ist als Uber-Chef zurückgetreten, das berichtete zunächst die "New York Times". Laut dem Bericht haben sich fünf führende Investoren vehement für einen Rücktritt des Mitgründers der Taxi-App eingesetzt. Sie wollen einen neuen CEO an der Spitze des Konzerns und verlangen weitere Änderungen. Kalanick will weiter im Verwaltungsrat des Unternehmens bleiben. Ein Sprecher von Uber bestätigte Reuters den Rücktritt.

Unter Druck

Uber und Kalanick gerieten in den vergangenen Wochen immer stärker unter Druck. Das wegen seiner aggressiven Firmenkultur und Wachstumsstrategie bekannte Unternehmen musste eine tiefgreifende Untersuchung einleiten, nachdem eine ehemalige Software-Entwicklerin von sexuellen Belästigungen und Diskriminierung berichtet hatte. Unter anderem schrieb sie, ein Vorgesetzter habe Sex von ihr gewollt – und sei ungestraft geblieben, nachdem sie das gemeldet habe.

Die Ermittlungen wurden vom ehemaligen US-Justizminister Eric Holder geleitet, der heute bei einer Anwaltskanzlei arbeitet. In einem ersten Schritt waren rund 20 Mitarbeiter entlassen worden.

Mitgründer und Chef Kalanick musste sich zudem rechtfertigen, nachdem ein Video veröffentlicht worden war, in dem er hitzig mit einem Uber-Fahrer diskutierte. Kalanick versprach danach, künftig erwachsener zu agieren, in den vergangenen Monaten wurde nach einer starken Nummer zwei für ihn gesucht.

Auszeit

Kalanick nahm vergangene Woche eine unbefristete Auszeit, nachdem im Zuge einer Untersuchung zu Vorwürfen von Sexismus und Diskriminierung bei Uber massive Veränderungen beschlossen worden waren, die seine Vollmachten beschneiden sollten. Er trauert derzeit um seine bei einem Bootsunfall gestorbene Mutter. (red, 21.6.2017)

  • Muss als Uber-Chef gehen: Travis Kalanick.
    foto: reuters/danish siddiqui

    Muss als Uber-Chef gehen: Travis Kalanick.

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