Waldbrand in Portugal: Berichte über abgestürztes Löschflugzeug dementiert

    20. Juni 2017, 18:42
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    Hubschrauber konnte kein Wrack entdecken

    Lissabon – In Portugal herrscht Verwirrung um ein angeblich im Waldbrandgebiet abgestürztes Löschflugzeug. Der Zivilschutz des Landes dementierte am Dienstagabend Berichte, wonach eine Canadair-Maschine im Waldbrandgebiet rund um Pedrogao Grande verunglückt sei. Zahlreiche Medien hatten zuvor unter Berufung auf die örtlichen Behörden über den Absturz eines Flugzeugs berichtet.

    Das Flugzeug soll am Kampf gegen die Flammen beteiligt gewesen sein. Ein in die Region entsandter Hubschrauber konnte zunächst ebenfalls kein Wrack entdecken.

    Laut der Zeitung "Publico" erklärten Feuerwehrleute, sie hätten einen Knall gehört und einen Feuerball gesehen. Der Zivilschutz betonte, es könne nicht ausgeschlossen werden, dass ein anderes Fluggerät verunglückt sei, das aber nichts mit den Löscharbeiten zu tun habe, oder dass Gasflaschen in den Flammen explodiert seien.

    Luftwaffe dementiert

    Auch die spanische Luftwaffe widersprach im Kurznachrichtendienst Twitter Medienberichten, wonach ein Löschflugzeug aus Spanien vermisst werde. In der Region sind Maschinen aus Portugal, Spanien, Italien und Frankreich im Einsatz.

    Das Feuer war am Samstag im bergigen Kreis Pedrogao Grande 200 Kilometer nordöstlich von Lissabon ausgebrochen. 64 Menschen kamen seither in den Flammen ums Leben, mehr als 150 wurden "Publico" zufolge verletzt. Insgesamt seien in Pedrogao Grande und dem Nachbarkreis Goís 40 Ortschaften evakuiert worden, hieß es weiter.

    Noch immer waren hunderte Rettungskräfte in der Region im Einsatz. Einige betroffene Dörfer konnten wegen der Flammen zunächst nicht erreicht werden, weshalb nicht ausgeschlossen ist, dass es weitere Opfer geben könnte. Es ist der Waldbrand mit den meisten Todesopfern in Portugal seit Beginn der Aufzeichnungen. Noch immer sind die Flammen wegen starker Winde und Temperaturen von rund 30 Grad die Flammen nicht gebannt.

    (APA, 20.6.2017)

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