Waldbrandgefahr: Verbote in Niederösterreich und Salzburg in Kraft

20. Juni 2017, 17:29
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Kein offenes Feuer oder Rauchen erlaubt – Verstöße können mit Geldstrafen geahndet werden

St. Pölten/Salzburg – In Niederösterreich ist aufgrund von Hitze und Trockenheit die Waldbrandverordnung im ganzen Bundesland in Kraft getreten. In Waldgebieten und nahe eines Waldrandes ist Rauchen, Feuerentzünden, Wegwerfen von brennenden oder glimmenden Gegenständen sowie von Glasflaschen oder Scherben verboten. Verstöße können mit Geldstrafen von bis zu 7.270 Euro geahndet werden.

"Aufgrund der anhaltenden Hitze werden die kommenden Tage und Wochen besonders kritisch", warnte Landeshauptmannstellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP) in einer Aussendung. Bereits das Abstellen von Fahrzeugen auf trockenen Flächen könne zu Bränden führen, kleinste Zündquellen könnten ausgedörrtes Gras oder Unterholz in den Wäldern entzünden.

Seit Mai rückten 85 niederösterreichische Feuerwehren mit rund 1.600 Mitgliedern zu 114 Einsätzen aus, die Anzahl der Waldbrände liege im Vergleich zum Vorjahr dreimal so hoch. Funkenflug bei Arbeiten oder Unachtsamkeit sei die häufigste Ursache. "Ein kleiner Funke oder auch eine weggeworfene Zigarette kann bereits einen Großbrand auslösen", gab Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner zu bedenken.

Ende der Hitzewelle nicht in Sicht

Auch im Bundesland Salzburg haben die Behörden am Dienstag auf die akute Waldbrandgefahr durch die anhaltende Hitze und Trockenheit reagiert. Die fünf Bezirkshauptmannschaften und der Magistrat der Landeshauptstadt erließen Verordnungen, wonach in Wäldern und gefährdeten Bereichen ab sofort das Feuermachen, Rauchen und das Abbrennen von Feuerwerkskörpern verboten ist.

Laut Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) sind die Böden vielerorts nicht mehr ausreichend durchfeuchtet. Zudem sei eine Ende der Hitzewelle nach dem vorerst heißesten Tag des Jahres – im niederösterreichischen Hohenau wurden 35,1 Grad Celsius gemessen – nicht in Sicht. Zumindest bis Mitte nächster Woche soll das hochsommerliche Wetter mit Hitze, Sonne und Gewittern noch andauern. Kurze oder kleinräumige Regenfälle reichen dabei nicht aus, um Entwarnung zu geben.

Besondere Vorsicht empfahlen die Behörden den Veranstaltern von Sonnwendfeuern am kommenden Wochenende. "Im Gefährdungsbereich von Wäldern sind Sonnwendfeuer in den betroffenen Gebieten strengstens verboten. Außerhalb dieser Bereiche ist das Abbrennen der Feuer zwar erlaubt, aber dennoch ist höchste Vorsicht geboten", teilte der ressortzuständige Landesrat Josef Schwaiger (ÖVP) mit. "Wenn Vernunft und Hausverstand eingesetzt werden, steht den traditionellen Sonnwendfeuern nichts im Wege." Die Stadt Salzburg empfahl am Dienstag, im Zweifelsfall mit der Feuerwehr oder dem zuständigen Förster zu sprechen, ob Funkenflug von einem Sonnwendfeuer umliegende Wälder gefährden könnte. (APA, 20.6.2017)

  • Die Hitze setzt dem Wald zu.
    foto: apa/dpa/uwe anspach

    Die Hitze setzt dem Wald zu.

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