Street-Art-Künstler vermitteln geflüchteten Kindern in Uganda ihr Können

Ansichtssache20. Juni 2017, 17:05
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Projekt "A Brighter Future" in Flüchtlingssiedlung mit hunderttausenden Kindern

Die Zahl der Geflüchteten und Vertriebenen erreichte im Vorjahr eine Rekordzahl von 65,6 Millionen Menschen, gab das UN-Flüchtlingshochkommissariat UNHCR am Montag bekannt. In der Hoffnung auf Frieden bleiben viele der Flüchtlinge in der Region, um in ihre Heimat zurückzukehren, sobald es die Lage zulässt. Auch aus dem Südsudan sind Millionen Menschen in Nachbarländer geflüchtet, darunter mehr als eine halbe Million Kinder, die nun unter teils schwierigen Bedingungen in Uganda leben.

Allein in der Flüchtlingssiedlung Bidibidi im Norden Ugandas leben 280.000 südsudanesische Flüchtlinge, mehr als zwei Drittel von ihnen sind Kinder.

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Um den Kindern zu helfen, ihre Geschichten zu erzählen, sind mehrere international bekannte Street-Art-Künstler für das Projekt "A Brighter Future" zusammengekommen. Der Einladung der Entwicklungshilfeorganisation World Vision und der Online-Community "Apartial" sind unter anderem Maser (Irland), Seth (Frankreich), JR (Frankreich), Herakut (Deutschland), Slinkachu (Großbritannien), Sandra Chevrier (Kanada) and Candy Chang (USA) gefolgt.

"Diese Kinder haben sehr viel durchgemacht. Viele von ihnen mussten mitansehen, wie ihre Eltern und Geschwister ermordet wurden. Manche haben eine Entführung überlebt. Die Teilnahme an diesem Projekt gibt ihnen ein Gefühl von Hoffnung", sagt James Kamira, Kinderschutzkoordinator bei World Vision Uganda.

Vermittler für Gespräche und Erfahrungen

Der irische Künstler Maser arbeitete direkt mit den jungen Flüchtlingen und gestaltete ein Kinderschutzzentrum, in dem die Kinder psychosoziale Unterstützung, Training in Konfliktbewältigung sowie Vorschulbildung erhalten, in seinem typischen Stil komplett neu: bunte Farben und abstrakte, geometrische Formen. "Ich liefere nur die Vorlage und lasse dann die Kinder übernehmen, es ist schließlich ihr Platz. Das Kunstwerk ist ein Werkzeug – ein Vermittler für Gespräche und neue Erfahrungen", erklärte Maser.

Die 16-jährige Lina ist nach der Ermordung ihres Vaters geflüchtet und lebt seitdem alleine in Bidibidi. Inspiriert vom Werk "Fragile Heroes" der kanadischen Künstlerin Sandra Chevrier hat Lina ein Selbstporträt kreiert. "Ich mag das Bild sehr. Es hat mir so viel Spaß gemacht, daran zu arbeiten. Ich habe dabei gar nicht an die Vergangenheit gedacht", erzählt sie.

Laut World Vision kommen täglich mehr als 100 von ihren Familien getrennte und unbegleitete geflüchtete Minderjährige wie Lina aus dem Südsudan nach Uganda, dass eine der progressivsten Flüchtlingspolitiken der Welt hat. Flüchtlingsfamilien bekommen ein Stück Land, eine Arbeitsbewilligung sowie Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen und Bildung.

"Die international Gemeinschaft sollte diese Bemühungen zur Kenntnis nehmen und die Verantwortung für diese Krise sofort teilen. Die Hilfe ist nur zu 15 bis 16 Prozent finanziert. Als Konsequenz mussten die ugandische Regierung und das Welternährungsprogramm die ohnehin wenigen Nahrungsmittelrationen weiter reduzieren", sagt Kamanga. "Es ist ein Fehler, diese Krise zu ignorieren. Das Wohl der Kinder muss im Mittelpunkt stehen." (red, 20.6.2017)

foto: world vision

Slinkachu

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Slinkachu

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Seth John

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Seth John

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Seth John

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Herakut

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Herakut

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JR

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Maser

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Maser

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Maser

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Sandra Chevrier

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Sandra Chevrier

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Candy Chang

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Candy Chang

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