Mindestsicherung: Drei Viertel bekommen Ergänzungsleistungen

    20. Juni 2017, 16:07
    24 Postings

    Nur rund zehn Prozent der Wiener Bezieher erhalten Mindestsicherung in voller Höhe. Etwa die Hälfte der Bezieher hat keine Österreichische Staatsbürgerschaft

    Wien – Insgesamt 194.875 Menschen haben 2016 in Wien eine bedarfsorientierte Mindestsicherung bezogen – im Monatsschnitt 2016 waren es 146.946 Bezieher. Und die Zahl steigt: In den ersten Monaten des heurigen Jahres lag dieser Schnitt bereits bei 151.880 Beziehern.

    Von ihnen sind jedoch nur 9,5 Prozent Vollbezieher, leben also ausschließlich von der Mindestsicherung und erhalten den höchstmöglichen Betrag von 837,76 Euro als Alleinstehender oder 1256,64 Euro als Paar. Der Großteil der Bezieher, nämlich 77,9 Prozent, bekommt eine Ergänzungsleistung. Diese Personen erhalten nur einen Teil der Mindestsicherung, um mit anderen Bezügen (wie etwa Notstandshilfe, Arbeitslosengeld, Pension oder ihrem Erwerbseinkommen) insgesamt auf Einkünfte von 837,76 bzw. 1256,64 Euro zu kommen. Bei der Berechnung der Leistungshöhe werden alle Einkünfte berücksichtigt, und das Vermögen muss bis auf 4188,79 Euro aufgebraucht werden. Der Rest, 12,6 Prozent, bezieht eine Mietbeihilfe, Dauerleistung oder "Hilfe in besonderen Lebenslagen".

    Steigerung bei Asylberechtigten

    Mit 91.941 hatte knapp die Hälfte der Bezieher vergangenes Jahr keine österreichische Staatsbürgerschaft – im Monatsschnitt waren es 68.427 Menschen. Während die Bezieher mit einer österreichischen Staatsbürgerschaft (insgesamt 102.934 Personen) im Monatsschnitt von 78.520 auf 76.688 zurückgingen, stieg die Zahl jener ohne um 6765 von 68.427 Bezieher auf 75.192. 22 Prozent aller Bezieher – 44.169_Menschen – waren 2016 Asylberechtigte oder subsidiär Schutzberechtigte.

    Unter den 18- bis 25-Jährigen ist der Anteil höher: Mit 10.360 war über ein Drittel dieser 28.989 Mindestsicherungsbezieher asylberechtigt oder subsidiär schutzberechtigt. Insgesamt stieg der Monatsschnitt unter den Jungen von 19.958 auf 21.216. Gerade bei dieser Altersgruppe müsse ein Fokus auf der Eingliederung in den Arbeitsmarkt liegen, so Erich Fenninger, Direktor der Volkshilfe: "Bei Projekten für junge Erwachsene wäre ein Ausbau von niedrigschwelligen Angeboten wünschenswert."

    Angestiegen ist der Monatsdurchschnitt auch unter den Minderjährigen: von 45.416 im Vorjahr auf 48.483 Bezieher heuer. Als Kind unter 18 Jahren liegt die maximale Bezugshöhe bei 226,20 Euro. (Oona Kroisleitner, 20.6.2017)

    • Artikelbild
      foto: der standard
    Share if you care.