"Call of Duty: WW2" mit Hakenkreuzen, Soldatinnen und dunkelhäutigen Nazis

    20. Juni 2017, 12:36
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    Wie die Entwickler des kommenden Shooters mit der Geschichte und der Gegenwart umgehen

    Mit "Call of Duty: WW2" kehrt Activision bekanntermaßen zu den Wurzeln der Shooterserie zurück. Für die virtuelle Neuentdeckung des Zweiten Weltkriegs haben sich die Entwickler von Sledgehammer Games eine Abkehr von vielen komfortablen, aber eher unrealistischen Spielmechaniken der jüngeren Werke vorgenommen. So weit es geht, soll "Call of Duty" dem Setting entsprechend einen realistischeren Touch haben. Wie nun in einem Interview mit der Seite Eurogamer bekannt wurde, gilt dies vor allem für die Einzelspielerkampagne. Beim populären Multiplayer-Modus versucht man hingegen einen Brückenschlag zu modernen Games.

    call of duty

    Realistische Kampagne

    Für die Kampagne, in der man sich auf die Spuren jener Soldaten macht, die für den Kampf gegen die Nazis ihr Leben riskierten – und ließen, habe man Historiker engagiert, um die Szenarien möglichst authentisch wiederzugeben, sagt Sledgehammer-Mitbegründer Michael Condrey. So werden Spieler unter anderem auch in die Rolle von Soldaten der ersten Infanterie, aber auch in die Haut einer französischen Widerstandskämpferin schlüpfen. Zudem habe man sich dagegen entschieden, den Zensurstift anzusetzen was die Darstellung der Fraktionen angeht. "Die Kampagne müssen wir mit Respekt für die 100 Millionen Menschen angehen, die in der dunkelsten Stunde der Menschheit ihr Leben ließen. Daher wird man auch Symbole wie Hakenkreuze sehen. Mit unserem Militärhistoriker wollen wir sicherstellen, dass alles authentisch und respektvoll dargestellt wird", so Condrey.

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    Multi-Spieler

    Ganz anders sieht es beim Multiplayermodus aus. Hier werde die historische Korrektheit über Bord geworfen, da es hier rein um die Unterhaltung gehe. Im Zentrum stünde hier nicht der Konflikt zwischen Westmächten und Nazis, sondern der Wettbewerb zwischen den Spielern.

    Daher werde man frei wählen können, welches Geschlecht und welche Hautfarbe der eigene Charakter hat, selbst wenn das historisch nicht belegbar sei. Auch werde die Darstellung der Fraktionen aufgeweicht – Nazisymbole wird es im Multiplayer keine geben. "Wir wissen, dass es das bei den deutschen Streitkräften nicht gegeben hätte. Man hätte keinen dunkelhäutigen deutschen Soldaten neben hellheutigen Deutschen kämpfen sehen", sagt Condrey. "Aber es geht uns hier nicht um Authentizität, sondern um die Spieler in einem sozialen Umfeld." Daher wolle man Spieler nicht in Rollen zwingen, mit denen sie sich nicht identifizieren können. (zw, 20.6.2017)

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    Quelle

    Eurogamer

    • Artikelbild
      foto: activision
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