Von Nordkorea freigelassener US-Student Warmbier gestorben

    20. Juni 2017, 05:39
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    Familie macht Pjöngjang für Tod verantwortlich – Trump: Nordkorea ist "brutales Regime"

    Pjöngjang/Chicago – Der kürzlich von Nordkorea freigelassene US-Student Otto Frederick Warmbier ist tot. Er sei in einem Krankenhaus in seiner Heimatstadt Cincinnati im Bundesstaat Ohio gestorben, teilte seine Familie am Montag mit. Nach Angaben der Ärzte hatte der 22-Jährige schwere Verletzungen im Gehirn erlitten.

    "Es ist unsere traurige Pflicht mitzuteilen, dass unser Sohn Otto Warmbier seine Reise nach Hause beendet hat", hieß es in der Erklärung der Familie. "Die schreckliche, qualvolle Misshandlung, die unser Sohn in den Händen der Nordkoreaner erfahren hat, machte keinen anderen Ausgang möglich."

    Koma nach angeblicher Lebensmittelvergiftung

    Der Student, der Nordkorea mit einer Reisegruppe besucht hatte, war im März 2016 wegen Diebstahls eines Agitprop-Posters und "Verbrechen gegen den Staat" zu 15 Jahren Arbeitslager verurteilt worden. Ungefähr seitdem soll er laut von seinen Eltern erhaltenen Informationen im Koma liegen. Angeblich erlitt er eine Lebensmittelvergiftung und erhielt danach Schlafmittel, woraufhin er nicht mehr aufwachte.

    Vergangene Woche wurde Warmbier aus "humanitären Gründen" freigelassen und im Wachkoma liegend in die USA ausgeflogen. Dort wurde er umgehend in die Klinik in Cincinnati gebracht. Er konnte zwar die Augen öffnen und blinzeln, es gab aber keine Anzeichen, dass er auf Sprache oder Aufforderungen reagieren konnte.

    Vorausgegangen waren intensive diplomatische Bemühungen von US-Außenminister Rex Tillerson und dem schwedischen Außenministerium, das die Interessen der USA in Nordkorea vertritt.

    Die Eltern erfuhren eine Woche vor der Rückkehr, dass ihr Sohn seit fast 15 Monaten im Koma liegt. Die Begründung der nordkoreanischen Seite, er sei an Botulismus ("Fleisch-/Wurstvergiftung") erkrankt und nach Einnahme einer Schlaftablette nicht mehr aufgewacht, halten sie für nicht glaubwürdig. Die Ärzte wollten nicht über die Hintergründe der Verletzungen spekulieren.

    Trump: "Brutales Regime"

    US-Präsident Donald Trump hat Nordkorea als "brutales Regime" verurteilt. Während einer Veranstaltung im Weißen Haus sagte Trump am Montagabend, es seien "schlimme Dinge" passiert, aber immerhin sei es gelungen, Warmbier noch nach Hause zu seinen Eltern zu holen. Der Familie übermittelte Trump sein "tiefes Beileid".

    Derzeit sind noch drei US-Staatsbürger in Nordkorea inhaftiert. Bereits befreite US-Bürger berichten von kleinen Gefängniszellen, stundenlangen Befragungen und unzureichender Versorgung mit Nahrungsmitteln. Otto Warmbier war allerdings der erste Gefangene, der als Komapatient in die USA zurückkehrte. (red, APA, 19.6.2017)

    • Otto Warmbier auf einer Pressekonferenz in Pjöngjang im Februar 2016, als er sein Geständnis zu Protokoll gab. Seine Verurteilung zu 15 Jahren Arbeitslager erfolgte nur einen Monat danach.
      foto: ap photo/kim kwang hyon, file

      Otto Warmbier auf einer Pressekonferenz in Pjöngjang im Februar 2016, als er sein Geständnis zu Protokoll gab. Seine Verurteilung zu 15 Jahren Arbeitslager erfolgte nur einen Monat danach.

    • Warmbier lag vergangene Woche bei seiner Ankunft in den USA bereits seit Monaten im Koma.
      foto: reuters/bryan woolston

      Warmbier lag vergangene Woche bei seiner Ankunft in den USA bereits seit Monaten im Koma.

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