Fischerhaus: Italo-Flair an der Höhenstraße

20. Juni 2017, 11:52
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An der Wiener Höhenstraße kocht ein Italiener die authentische Küche seine Landes – Ausblick inklusive

Mit dem Moped die Wiener Höhenstraße zu befahren und sich vom gepflasterten und ramponierten Boden durchrütteln zu lassen nimmt man nur in Kauf, wenn es einen triftigen Grund für derartige Ausflugsfahrten gibt: Entweder man will sein Date mit einem atemberaubenden Blick beeindrucken und hofft, sich auf der Picknickdecke näherzukommen. Oder man hat Hunger und will dem Trubel der Großstadt entfliehen.

Fährt man die serpentinenartige Straße von Westen Richtung Cobenzl, kommt man am Fischerhaus vorbei, in dem letzten Sommer noch Patrick Müller (Punks) mit einem Pop-up gekocht hat. Das unscheinbare Lokal überrascht nicht nur mit hipper Einrichtung, riesiger Sonnenterrasse und Garten mit Liegestühlen. Auch der große holzbefeuerte Ofen in der offenen Küche lässt Vorfreude aufkommen, und man stellt sich die Frage, was hier wohl gekocht wird. Die Antwort lässt nicht lange auf sich warten und kommt in Form eines Parade-Italieners aus der Küche spaziert. Generoso Palladino hat es von der italienischen Insel Ischia an die Höhenstraße verschlagen, wo er eine Art "Little Italy" schaffen wollte, wie er sagt.

foto: alex stranig
Burrata (8 Euro)

Gekocht wird ausschließlich am und im Holzofen. Während selbstgebackenes Brot mit Olivenöl auf den Tisch gestellt wird, verschwindet der Küchenchef mit einem breiten Grinsen in der Küche und wirft die ersten Pfannen auf den Herd.

Doch schön der Reihe nach. Als Antipasto wird unter anderem eine ordentliche Portion Burrata (250 g) serviert, die einen von der Höhenstraße direkt nach Italien katapultiert. Der mit Stracciatella und Obers gefüllte Büffelmozzarella schmeckt süchtigmachend gut.

foto: alex stranig
Polipo alla Luciana (9,90 Euro)

Für den Polipo alla Luciana köchelt der Oktopus mit Kirschtomaten, Paprika, Kapern und Chili vor sich hin, um danach als köstlich schmeckende Vorspeise mit getoastetem Weißbrot serviert zu werden. Der Oktopus überzeugt mit zartem Biss, die übrigen Zutaten gehen eine herzhafte Symbiose mit dem klein geschnittenen Meerestier ein.

foto: alex stranig
Spaghetti Cozze e Vongole (13,90 Euro)

Und dann kommt schon das erste Hauptgericht aus der Küche: Spaghetti Cozze e Vongole mit in Weißwein gekochten Muscheln schmecken gut, können aber mit den anderen Gerichten kaum mithalten.

foto: alex stranig
Paccheri alla Genovese (12,90 Euro)

Ragout alla Genovese mit al dente gekochten Paccheri macht richtig Freude. Das klein geschnittene Rindfleisch köchelt zwei Tage lang am Herd mit Karotten, Sellerie und Rosmarin. Danach offenbart es seinen herrlich intensiven und unverwechselbaren Geschmack.

foto: alex stranig
Gnocchi burro Salvia e Parmigiano (11,90 Euro)

Für Puristen schwenkt Palladino handgemachte Gnocchi in Butter und Salbei aus dem eigenen Garten – großartigst. Kurz nachdem der letzte Gnocco mit Butter, Salbei und geriebenem Parmesan aufgetunkt wurde, holt einen die Realität wieder zurück von der italienischen Glückseligkeit auf den Boden der Tatsachen. Diese spüren Fahrer und Sozius dann spätestens bei der holprigen Rückfahrt in die Stadt. (Alex Stranig, 20.6.2017)

foto: alex stranig

Fischerhaus
Höhenstraße / Rohrerwiese 223
1190 Wien
Website

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