"Skull & Bones" angespielt: Große Seeschlachten für Hobbypiraten

19. Juni 2017, 09:57
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Flottengefechte fordern viel Teamplay und gute Übersicht von den Kapitänen

Während die Rare Studios mit "Sea of Thieves" eine von "Monkey Island" inspirierte, heitere Piratenwelt für kurzweilige Online-Schatzsuchen und Schlachten geschaffen haben, begibt sich Ubisoft in ernstere Gewässer. "Skull & Bones" heißt das Game, in dem es ebenfalls um Beute und Kampf geht.

Anstelle der Leichtigkeit der Cartoon-Welt rückt hier allerdings eine realistisch gehaltene Umgebung und ein Spielprinzip, das ganz auf den Wettkampf unter den Spielern ausgerichtet ist. Der GameStandard hat die Segel gesetzt und sich in zwei 5-versus-5-Schlachten begeben.

Schnelle Schiffe, starke Schiffe

Gemeinsam Schätze suchen gehört nicht zu den Aktivitäten, die "Skull & Bones" anbietet. "Competition, Competition, Competition", heißt es hier, um es in den Worten einer Teilnehmerin einer berühmt-berüchtigten Castingshow aus dem deutschen Privatfernsehen zu halten. Einen wichtigen Teil der offenen Spielwelt wird eben die Auseinandersetzung zwischen den Spielern einnehmen.

Im Testspiel traten zwei Entwickler gemeinsam mit je vier Pressevertretern gegeneinander an. Statt gemeinsam auf einem Schiff versammelt zu werden, übernimmt hier jeder Spieler als Kapitänin oder Kapitän das Kommando über sein eigenes Wasservehikel. Dabei stehen mehrere Schiffstypen zur Auswahl, die grob die üblichen Klassen von Shootern repräsentieren. Sie reichen vom schlecht gepanzerten Boot mit hoher Waffenreichweite über Allrounder bis hin zum klassischen "Tank", der auf kürzere Distanz ordentlich austeilt, stark gepanzert aber alles andere als wendig ist.

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Trailer zu "Skull & Bones"

Beute holen, Beute retten

Die Kämpfe laufen dabei in drei Stufen ab. Auf dem Weg ins Zentrum der Karte begegnen die Teams jeweils computergesteuerten Handelsschiffen. Diese gilt es möglichst flott zu versenken und Beute einzusammeln, ehe es fließend in die Auseinandersetzung mit den menschlichen Widersachern geht. Hier sollte man grundsätzlich versuchen, als Team möglichst die gegnerischen Schiffe unter den Meeresspiegel zu befördern, die am meisten Beute mit sich mitführen.

Nach einer gewissen Zeit tauchen schließlich KI-gesteuerte Piratenjäger auf. Mit diesen kann, sollte man sich aber nicht anlegen. Denn es handelt sich um sehr mächtige Kriegsschiffe, denen es kaum etwas entgegen zu setzen gibt. Sie nehmen automatisch die Verfolgung der am schwersten mit Beute beladenen Kähne auf.

Ab diesem Punkt versuchen beide Mannschaften, ihre verbliebenen Schiffe in eine vordefinierte Rettungszone zu bringen, ohne dass diese von den Piratenjägern oder dem anderen Team versenkt werden. Wer am meisten Beute in dieses "Ziel" bringt, gewinnt.

Intuitive Steuerung

Die Aufgabe gestaltet sich freilich nicht ganz leicht, denn als Spieler sieht man das Geschehen vom Steuer aus – in Personalunion von Kommandant und Steuermann. Per Knopfdruck (und unter Beachtung des sich ändernden Windes) hisst oder senkt man die Segel. Um die Kanonen oder andere Waffen des eigenen Schiffs zu nutzen, muss man zuerst den Blick auf selbige richten.

Den eigenen Kurs gilt es freilich immer wieder zu kontrollieren. Auflaufen am Land tut dem Schiff eben so wenig gut, wie das Verlassen des Spielbereiches. Letzteres bestraft "Skull & Bones" nach einer kurzen Zeit mit massig Straf-Schaden, der das eigene Schiff schneller versenkt, als man auf den Klabautermann schimpfen kann. Die Steuerung erscheint angesichts der an Multitasking reichen Aufgabenstellung sehr intuitiv gelöst.

Anker werfen und abwarten

Die Online-Seeschlacht dürften viel mehr taktische Feinheiten bieten, als in den zwei Testspielen zu erforschen waren. Ob das Game langfristigen Erfolg im Feld der kompetitiven Multiplayer-Games haben kann, hängt allerdings von einigen weiteren Faktoren ab – beispielsweise der Vielfalt und Qualität der Maps und etwaigen weiteren Spielmodi. Abzuwarten bleibt ebenfalls, wie man die versprochene offene Welt umsetzt.

Der kurze Segeltörn im indischen Ozean hat jedenfalls Lust auf mehr gemacht. Ins Piratenleben soll man sich Ende 2018 stürzen können, und zwar am PC, auf der Playstation 4 und auch der Xbox One. (Georg Pichler aus Los Angeles, 19.06.2017)

Hinweis im Sinne der Leitlinien: Der Besuch der E3 in Los Angeles erfolgte auf Einladung von Xbox EMEA.

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