Wie der Meetingraum der Zukunft aussehen wird

19. Juni 2017, 09:20
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In einem Projekt untersuchten Studierende der Fachhochschule Salzburg, wie viel Digitales erwünscht ist

Salzburg/Wien – Wie Seminar- und Meetingräume der Zukunft aussehen werden: Dieser Frage gingen Studierende der Fachhochschule Salzburg in einem Projekt nach. Sie führten bei ausgewählten Partnerbetrieben des Salzburg Convention Bureaus eine umfassende Analyse durch – um so die wichtigsten internationalen Trends in der Meeting- und Kongressbranche aufzuspüren. "Es ging einerseits darum, was technologisch zu erwarten ist, aber auch darum, welche Wünsche der Kunde der Zukunft hat", sagt Werner Taurer, Leiter der FH-Lehrveranstaltung, im Gespräch mit dem STANDARD.

Das Ergebnis der Studie ist eine Liste an Empfehlungen für Betriebe. Drei Entwicklungen sollten Anbieter von Lern- und Meetingräumen demnach besonders in den Fokus rücken: Digitalisierung, Flexibilität und Ökologie.

Internationale Studien

Als Basis für die Analyse dienten diverse internationale Studien und Marktforschungsergebnisse, die verschiedene Entwicklungen in der Veranstaltungsbranche erwarten lassen. Da die vielzitierte Generation Y künftig die Hauptzielgruppe sein werde, gelte es besonders die Bedürfnisse dieser sehr technikaffinen Kohorte zu berücksichtigen.

Sie erwarteten sich von Seminaren und Kongressen mehr als nur bequeme Sitzreihen zum Mitschreiben und eine gute Sicht auf das Podium. Glaubt man der Ergebnissen der Studie, müssten die Räume künftig als Smart Rooms mit interaktiven Bildschirmen und Virtual-Reality-Applikationen ausgestattet sein. Zusätzlich sollten mittels eigener "Congress Apps" die Teilnehmenden per Smartphone Informationen etwa zum Programm aufrufen können.

Was den Boden und die Einrichtung betreffe, so die Prognose, würden zunehmend ökologische Materialien gewünscht. Außerdem müsse an neuen Lichtkonzepten gefeilt werden, die einen dabei unterstützten, sich zu konzentrieren. Und ist es realistisch, dass es künftig gänzlich digitale Konferenzen gebe? "Nein", sagt Taurer. "Das persönliche Zusammenkommen wird weiterhin wichtig sein."

Was umgesetzt werden wird

Digitale Tools, so der Lehrende an der FH Salzburg, würden zwar wichtiger und besser werden, "aber das ersetzt nicht den menschlichen Kontakt." Schließlich mache gerade auch das informelle Zusammentreffen in den Pausen und am Abend den Charakter einer Konferenz aus – dieses finde digital nicht statt.

Analysiert wurden im Projekt das Hotel Gut Brandlhof, Salzburg Congress, das Bildungszentrum St. Virgil und Saalfelden Congress. Alfred Wieland, Geschäftsführer im Congress Saalfelden, zeigt sich von der umfangreichen Analyse und den erarbeiteten Ideen für sein Haus begeistert: "Ich habe den Austausch mit den Studierenden als sehr bereichernd empfunden. Der unverstellte Blick von außen ist immer besonders interessant – vor allem auch einmal ohne Fragen nach Kosten oder Machbarkeit." Wird er die Empfehlungen also umsetzen? "Beim in Kürze beginnenden Umbau werden wir sicher in der Beleuchtung und in der Flexibilität von Wänden neue Schwerpunkte setzen." (lib)

  • Digitale Tools können den menschlichen Kontakt nicht ersetzen.
    foto: getty images/istockphoto

    Digitale Tools können den menschlichen Kontakt nicht ersetzen.

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