Britische und US-Geheimdienste: Nordkorea steckt hinter "Wanna Cry"-Wurm

19. Juni 2017, 08:21
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Ermittler sehen im benutzten Schadcode große Übereinstimmungen zu früheren Angriffen

Laut westlichen Geheimdiensten soll mit hoher Wahrscheinlichkeit Nordkorea hinter den globalen Cyberangriffen stecken, die vor wenigen Wochen weltweit zigtausende Rechner lahmgelegt hatten. Nach dem US-Dienst NSA kommt nun auch das britische National Cyber Security Centre (NCSC), das zum GCHQ gehört, zu dieser Einschätzung. Das gaben Insider gegenüber der BBC an.

Sicherheitsfirmen entdecken Hinweise

Zuvor waren bereits private IT-Sicherheitsfirmen zu dieser Schlussfolgerung gelangt. Die Einschätzung wurde etwa aufgrund von Ähnlichkeiten im Schadcode des Wurms getroffen, der mit früheren Attacken übereinstimmen soll – etwa dem Hack von Sony Pictures vor drei Jahren. Außerdem ähnelt der Code jenem Virus, mit dem Banken angegriffen worden waren. Wie der STANDARD berichtet hatte, soll Nordkorea dabei auch die Oesterreichische Nationalbank ins Visier genommen haben.

Finanzielle Motive

Viele Indizien deuten darauf hin, dass Nordkorea mit diesen Cyberangriffen Geld verdienen will. Der "Wanna Cry"-Wurm hätte das Potenzial gehabt, seinem Erfinder dutzende Millionen Dollar zu verschaffen. Das Schadprogramm verschlüsselte Daten auf betroffenen Rechnern und gab diese erst gegen eine Lösegeldsumme wieder frei. Allerdings weigerten sich zahlreiche Betroffene, den Betrag zu überweisen. (red, 19.6.2017)

  • "WannaCry" soll aus Nordkorea stammen
    foto: afp/yonhap

    "WannaCry" soll aus Nordkorea stammen

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