Rudern: Sieg für Lobnig im olympischen Einer

18. Juni 2017, 15:22
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Durststrecke beendet: Erster Weltcupsieg für den Ruderverband in einer olympischen Bootsklasse seit 2000

Posen (Poznan) – Magdalena Lobnig hat am Sonntag beim Ruder-Weltcup in Poznan (Posen/Polen) einen klaren Sieg gefeiert. Die Olympiasechste setzte sich im Finale im olympischen Einer 1,48 Sekunden vor der Britin Victoria Thornley und 2,22 vor der Chinesin Duan Jingli durch. Birgit Pühringer landete im B-Finale an der sechsten Stelle und wurde damit Gesamtzwölfte.

Lobnig gab ihr Comeback nach einer vor knapp sechs Wochen im Training erlittenen Rückenverletzung, die sich auch zu einem Verzicht auf die EM zwang, bei der sie Titelverteidigerin gewesen wäre. Beim Weltcupauftakt in Belgrad wurde die Kärntnerin nach überstandener Nebenhöhlenentzündung Dritte.

Meilenstein

Für den Österreichischen Ruderverband ist es der erste Weltcupsieg seit 2000 in einer olympischen Bootsklasse gewesen, damals gewannen die beiden ÖRV-Paradeboote – der Herren-Doppelvierer und der LG-Vierer ohne – bei der Heimveranstaltung in Wien. Magdalena Lobnigs Siegeszeit von 7:13,26 Minuten bei ihrem Debüterfolg war zudem laut ÖRV eine neue Weltcup-Bestzeit.

"Heute ist alles so leicht von der Hand gegangen. Ich bin so erleichtert, der Sieg war so greifbar und ich habe mir gesagt heute oder nie", erzählte Lobnig, die mit Victoria Thornley die regierende Europameisterin und mit Duan Jingli die Olympia-Dritte auf die weiteren Plätze verwies. Lobnig spürte beim Einrudern ihre hartnäckige Muskelverhärtung im Rücken und bei den Rippen, versuchte dies fürs Rennen aber auszublenden.

"Hätte ich mir nicht erträumen lassen"

"Dieser Weltcup-Sieg ist mit der starken Konkurrenz über dem Europameistertitel einzuordnen. Vor einer Woche hätte ich mir das mit meiner Vorgeschichte nicht erträumen lassen. Es ist schön zu sehen, dass das Glück nach dem psychischen und physischen Leid der letzten Wochen zurückkommt", sagte die 26-Jährige.

Trainer Kurt Traer sprach von einem "perfekten Rennen". Vom ersten bis zum letzten Schlag habe alles gepasst. "Nach der Vorlauf-Bestzeit hat Magdi gesehen, dass sie hier gewinnen kann. Im Semifinale war sie trotz einiger Fehler nur zwei Sekunden von der Bestzeit entfernt. Heute am Vormittag beim Einrudern haben wir die Kernpunkte noch einmal überprüft und die Renntaktik besprochen."

Das Weltcupfinale findet von 7. bis 9. Juli in Luzern (Schweiz) statt, ab 24. September folgen in Sarasota (Florida/USA) die Weltmeisterschaften. (APA; 18.6.2017)

  • Magdalena Lobnig mit dem Lohn für ein perfektes Rennen.
    foto: apa/örv/seyb

    Magdalena Lobnig mit dem Lohn für ein perfektes Rennen.

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