Schweigeminute für Opfer von Londoner Hochhausbrand

18. Juni 2017, 12:51
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May räumte Fehler bei der Reaktion auf das Unglück ein

London – Mit einer Schweigeminute an diesem Montag will Großbritannien der Opfer des Hochhausbrandes in London gedenken. Um 11 Uhr Ortszeit soll in allen öffentlichen Gebäuden Stille herrschen, teilte die Regierung am späten Samstagabend mit.

Zuvor hatte Premierministerin Theresa May bei einem Treffen mit Opfern und freiwilligen Helfern Fehler der Regierung bei der Reaktion auf das Unglück eingeräumt. Die Unterstützung der Angehörigen, die kurz nach der Katastrophe Hilfe oder Informationen brauchten, sei "nicht gut genug" gewesen.

Weitere Hilfe für Opfer

May kündigte weitere Hilfen an – unter anderem zur psychologischen Betreuung der Rettungsdienste und der Angehörigen der Opfer. Nach dem Brand des Grenfell Tower im Stadtteil Kensington geht die Polizei derzeit von 58 Toten aus. Diese Zahl könne aber noch weiter steigen, hieß es. Am Montag will die Polizei neue Zahlen veröffentlichen.

Abriss von veralteten Gebäuden

Unterdessen brachte der Bürgermeister der britischen Hauptstadt den Abriss von veralteten Gebäuden ins Gespräch. Dies könne bei Hochhäusern aus den 60er- und 70er-Jahren aus Sicherheitsgründen nötig werden, schrieb Sadiq Khan in einem Beitrag für die Sonntagszeitung "The Observer".

In der Wiederaufbauphase nach dem Krieg seien viele Hochhäuser entstanden, die heutigen Standards nicht mehr entsprächen, so Khan. Bei dem Brand im Grenfell Tower waren in der Nacht auf Mittwoch zahlreiche Menschen in den Flammen gefangen. In dem Sozialbau soll es Berichten zufolge keine angemessenen Fluchtwege gegeben haben.

Der britische Schatzkanzler zeigte sich unterdessen überzeugt, dass die am Grenfell Tower benutzte brennbare Gebäudeverkleidung in Großbritannien verboten ist. Die strafrechtliche Untersuchung der Brandkatastrophe in dem Londoner Sozialbau solle nun prüfen, ob es bei der Renovierung des Hochhauses gesetzliche Verstöße gegeben habe, sagte Philip Hammond im BBC-Fernsehen am Sonntag.

Nach dem Brand waren sowohl die Behörden als auch das zuständige Bauunternehmen in die Kritik geraten. Die erst vor kurzer Zeit angebrachte Verkleidung des Gebäudes soll Berichten zufolge zu der Katastrophe beigetragen haben. (APA, 18.6.2017)

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