Aufmarsch der rechtsextremen Identitären in Berlin blockiert

17. Juni 2017, 18:31
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Justizminister Maas: Die Gruppierung sei eine "extrem radikale und rassistische Minderheit"

Berlin – Gegendemonstranten haben einen Aufmarsch der rechtsextremen Gruppierung Identitäre Bewegung in Berlin schon kurz nach dem Beginn blockiert. Die Demonstration der Rechtsextremen unter dem Motto "Zukunft Europa – Für die Verteidigung unserer Identität, Kultur und Lebensweise" kam nach Angaben eines Polizeisprechers am Samstag nur etwa einen Kilometer weit, bis sie von den Gegendemonstranten aufgehalten wurde.

An dem Aufmarsch der Identitären Bewegung beteiligten sich nach Einschätzung der Polizei ebenso wie an den Sitzblockaden der Gegendemonstranten jeweils mehrere hundert Menschen. Das Berliner Bündnis gegen Rechts hatte zuvor eine Gegendemonstration abgehalten, die nach Angaben eines Sprechers des Bündnisses bis zu 4000 Teilnehmer zählte.

Rechtsextrem, unter Beobachtung

Die Identitäre Bewegung wird wegen ihrer völkischen Ideologie vom Verfassungsschutz beobachtet. Neben umfangreichen Aktivitäten im Internet sucht die Bewegung immer wieder durch Aktionen nach öffentlicher Aufmerksamkeit. Dazu zählt etwa der versuchte Sturm auf das deutsche Justizministerium im Mai oder die Besetzung des Brandenburger Tors im vergangenen Jahr.

Der deutsche Justizminister Heiko Maas (SPD) kritisierte die Gruppe scharf. "Die Identitären sind keine 'Bewegung', sie sind eine extrem radikale und rassistische Minderheit", sagte er dem "Tagesspiegel".

Die Anhänger der Identitären Bewegung wollten am Samstag vom S-Bahnhof Gesundbrunnen vorbei an der Gedenkstätte Berliner Mauer zum Berliner Hauptbahnhof ziehen. Gestoppt wurde der Demonstrationszug jedoch schon an dem rund einen Kilometer entfernten U-Bahnhof Voltastraße. Die Polizei bemühte sich, die blockierte Route zu räumen. (APA, 17.6.2017)

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