Durchtrenntes Rückenmark angeblich wieder funktionsfähig gemacht

17. Juni 2017, 10:00
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Chinesische Forscher lähmten Ratten und injizierten ihnen anschließend Polyäthylenglykol

Harbin – Chinesische Wissenschafter der Medizinischen Universität Harbin vermelden einen erstaunlichen Erfolg: Sie wollen einige Ratten nach Durchtrennung des Rückenmarks durch die gezielte Injektion von Polyäthylenglykol (PEG) in den verletzten Bereich wieder geheilt haben.

Die Forscher berichten im Magazin "CNS Neuroscience & Therapeutics", sie hätten bei 15 Ratten das Rückenmark durchtrennt und damit eine Lähmung hervorgerufen. Neun der Tiere erhielten PEG injiziert, fünf hingegen bloß eine Salzlösung. Vier Wochen später hätten sich alle der PEG-behandelten Tiere wieder bewegen können, wie erwartet aber keines aus der Kontrollgruppe. Die Nervenstränge des Rückenmarks seien durch PEG wieder zusammengewachsen.

Die Autoren

Einer der Autoren der Studie war der chinesische Hand- und Mikrochirurg Xiaoping Ren (Harbin Medical University). Ihm war es 2013 gelungen, erstmals einen Mäusekopf zu transplantieren. Keine seiner Versuchsmäuse überlebte aber länger als ein paar Stunden.

Zum Autorenteam zählte auch der Turiner Chirurg Sergio Canavero, der die Technik laut eigenen Angaben gemeinsam mit seinem chinesischen Kollegen für die erste Kopfverpflanzung beim Menschen verwenden will. Den spektakulären Eingriff hatte der italienische Arzt bereits 2015 medial groß angekündigt. Experten äußerten sich bisher aber skeptisch zur Machbarkeit, zudem gibt es Kritik an den ethischen Aspekten eines solchen Eingriffs. (APA, red, 17. 6. 2017)

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